Zitat aus der Presse über diese Texte:"Die Deutungen provozieren, denn sie zeigen auch unangeneme Seiten einer Persönlichkeit auf. Schattenarbeit wird gross geschrieben....Sensible Naturen können davon erschreckt werden, aber was bietet mehr Entwicklungsmöglichkeiten als der Blick in einen manchmal recht dunklen Spiegel und ein wohlwollendes Erkennen seiner selbst?"

.....Diese Partnerschaftsanalyse hat etwa 40 - 70 Seiten Text (A4), hier nur ein Auszug....


Partnerschaftshoroskop (Synastrie)
Jimi Hendrix geboren am 27.11.1942 um 10:15 in Seattle-USA
Janis Joplin geboren am 19.01.1943 um 09:45 in Port Arthur


Seine Sonne in Opposition mit ihrem Saturn

> DIE MACHT DER TRADITION <
ODER
.....DER RITT AUF DEM PRINZIP

Als Mann kannst du hier in den weiblichen Strukturen das Wirken der Väter erkennen. Dabei machst du die Erfahrung, dass nicht alles falsch war, was sie gesagt und getan haben. Trotzdem wirst du gezwungen, ihren Rahmen jetzt zu sprengen und die Grenzen hinter dir zu lassen, die man mit Gedanken allein nicht auflösen kann. Denn was hier die Frau von dir fordert, ist das Gegenteil dessen, was sie scheinbar verlangt. Den alten Herrgöttern kann man nicht mit Gedanken begegnen, sondern mit Worten, aber man kann ihre Macht nicht mit Worten überwinden, sondern mit Taten, aber die Tat genügt dazu nicht, sondern es bedarf eines bestimmten Verhaltens. Denn dein Verhalten ist es, das nun darüber bestimmt, ob es stimmt, dass "den Frauen ein wenig vom Himmel zusteht, den Männern aber die ganze Welt gehört." Auf diesem Nenner wurde einst von den Alten das Patriarchat zusammengeschustert und noch immer wird fleissig daran geflickt, denn sie wollen und wollten doch nichts anderes, als ein Leben in Einheit verbringen! Und genau über diesen Wunsch machten sie es sich dann im weiblichen Schicksal bequem.
> FRAU WARRENS GEWERBE <

Als Mann hat es dich zu dieser Begegnung geführt, weil du erkennen sollst, was dich noch als übermütigen Jungen und in einigen Bereichen sogar als noch unreifen Partner ausweist. Es ist nämlich die Frau, die nun in eurer Beziehung für Struktur und Form zu sorgen hat. Mit ihrer Saturnkonstellation zu deiner Sonne, kann sie dies aber auch ausgezeichnet bewerkstelligen, denn es wird kaum geschehen, dass sie die Zügel, an die euch das Schicksal geschirrt hat, schiessen lässt. Mit Geschick und nüchterner Urteilskraft vermag sie die Lage einzuschätzen und ist Garant dafür, dass euer Gewerbe mit Vernunft und Verstand verwaltet wird. Aber genau dadurch wirst du jetzt gezwungen, einmal "das Gewerbe an sich" zu hinterfragen. Wie du dabei vorgehst, ist allein deine Sache. Doch falls du es tust, wirst du feststellen können, dass mit dem Spuk um das "älteste Gewerbe der Welt" der Neuzeit etwas Entscheidendes unterschlagen wurde, nämlich, dass "Frau Warren" in erster Linie Lehrerin war! Wenn du dich dieser Einsicht verweigerst, erfährst du deine Lehre trotzdem, daran ändert sich nichts. Und es hat sich auch sonst nicht gerade viel geändert seither: Wir verkaufen, vermieten und leasen uns Gefühle auf Kredit und rennen jeder inneren Regung wegen zum nächstbesten Bancomat, damit sich schleunigst verflüchtigen soll, was mit Kreditkarten jedoch niemals in die Flucht zu schlagen ist.
Im Gegenzug erfährt deine Partnerin durch dich das Gefühl, unentbehrlich zu sein, zumindest aber, dass kein Mensch zu "seiner Zeit" einfach ersetzbar wäre, (selbst wenn uns dies zuweilen so erscheinen mag).

Symbolisch begegnet dir deine Partnerin über die Ausrichtung ihres eigenen Vaters, und durch diese Projektion erfährst du jene Sicherheit, die du einst erlebt oder ersehnt hast, wo du wiederum von deinem Vater ernst genommen wurdest. War dies oft der Fall, setzt sich hier eine Tradition fort, kam es selten vor, gelingt es dir jetzt, über die Strukturebene die Lücken deines mangelnden Vertrauens von einst zu stopfen. Für dich als Frau wiederum manifestiert dein Partner die Bilanz der Erfahrungen, die du in deiner bisherigen Vergangenheit schon gemacht hast. Damit stellt er in der Partnerschaft auch das Symbol dar, in dem sich deine bisherige Ausrichtung legitimiert, da du dein Handeln darin als gerechtfertigt wahrnehmen kannst. Dass dies eine ausgezeichnete Voraussetzung dafür ist, die grössten Widerstände, die in einer Beziehung vorkommen können, zu meistern, versteht sich von selbst. Auf einen Augenblick zusammengezogen, finden unter dieser Konstellation grundlegende Ausnüchterungsprozesse statt. Das Wesentliche wird sorgfältig vom Unwesentlichen geschieden, Leistungen werden honoriert, Ideen und Projekte auf Verwirklichung und Machbarkeit hin überprüft, und in der auf Dauer ausgerichteten Beziehung ist die Frau der Felsen, auf den du (als Mann) bauen kannst.
THE END

Die eigentliche Ehe wird dann damit beginnen, dass man sich traut, was soviel bedeutet, wie, dass man sich gegenseitig (ver)-trauen will, - wofür wir als erstes gleich einmal zwei "Trau-Zeugen" anfordern werden.

ERHEBE MICH VON ERDENSCHWERE!

Ist die Nacht so bitter voll von Zweifel,
Steht das Leid als Vogt am Firmament,
Nehmen Schicksals Schmiede ihre Meissel
Und vollbringen, was noch keiner weiss und kennt.

Wir erheben uns von Erdenschwere,
Tauchen ein in eine ganze Welt;
Blutend stöhnen führerlose Heere,
Weinend öffnet sich das Himmelszelt.

Erst begriffen, was vom Rausch gezimmert,
Treten wir vereint das Erbe an;
Haben erst gekostet, schon gewimmert,
Haben erst belächelt, was getan.

Nun, wir werden noch verehren lernen,
Werden tun, wie es dem hellen Tag gebührt;
Leise Abschiednehmend von den Sternen,
Sind wir, wie zum Dank, von selbst gerührt.

Wollen nicht dem Sonnenlicht entgehen,
Doch der Nacht in unseren Herzen Treue halten,
Denn sie liess uns tausend Sonnen sehen,
Liess das All - geeint - in einer walten.

SINNSPRUCH:
Jedem gesunden Schlaf, opfert mindestens einige jener Gedanken,
die es wert gewesen wären, euch noch wach zu halten!

Seine Sonne in Opposition mit ihrem Uranus

> ECCO HOMO ! <
ODER
.....PUPLIC DOMAIN

Da sich sowohl in einer Sonne/Uranus-Verbindung, wie auch in dem Oppositions- Aspekt unsere polare Sichtweise symbolisiert, erhalten wir hier den widersprochenen Widerspruch unserer eigenen Selbstdarstellung zurück. Die gleiche Verbindung im Einzelhoroskop kann auf die Gefährdung des Kindes während der Schwangerschaft hinweisen, jetzt zeigt sich im Partnervergleich umgekehrt die Furcht davor, schwanger zu werden. Um Schwangerschaft und Geburt zu verhindern, müssen aber Lösungen entworfen werden, das heisst, Technik, Logik und Intelligenz werden jetzt dem Märchen vorn angestellt, um es damit als Realtiät zu verhindern. Dadurch wird aber die Partnerschaft selber zum Märchen, das den äusseren Umständen nicht standhalten kann.

> ALLE MENSCHEN WERDEN BRÜDER.... <

Die elektrisierende Kraft des Uranus fluktuiert im männlichen Energiezentrum und sorgt letztlich für lichterlohe Aufruhr und Zustände wie auf der Titanic. Als Frau möchtest du unabhängig und frei sein, als Mann möchtest du dich selber ins Leben gebären. Und damit beides in Szene gesetzt werden kann, muss die Frau ihren Respekt vor dem Mann verlieren. Dies wird ihr dadurch ermöglicht, dass der Mann sich jetzt "klein macht", um sich selber gebären zu können, das heisst, er hat sich ihr zu unterwerfen, damit sie sich in einer Über-Mutterrolle findet, in der sie ihn beherrschen kann und damit frei von ihm wird. Ausgleich und Ruhe ist nur über die Abwälzung der Kräfte auf die Aussenwelt erreichbar, wobei dann umgekehrt die Umwelt in helle Aufregung gerät! Somit zeigt sich das "Krisenmanagement" als eine Situation, in der man sich gemeinsam auf einem fliegenden Teppich aufhält. Die Konstellation ist einer tragfähigen, dauerhaften Verbindung nicht zuträglich, müsst ihr doch - zu ihrer Erhaltung - genau in jene Verhaltensmuster zurückfallen, die ihr einst selber so vehement bekämpft habt. Falls ihr aber über die notwendige Reife und Erfahrung verfügt, die es in einer Beziehung unter solchen Vorzeichen braucht, wird es hier - salopp ausgedrückt - um sehr viel "Lichterglanz und Lichtertanz" gehen, wobei sich dann "Kreti und Pleti" allemal die Frage stellen werden, welcher von euch beiden den andern in den Schatten der Scheinbarkeit stellen wird!
> DOKTOR FAUST UND MEPHISTOLES <

Im gewöhnlichen Alltag lernst du, als Mann, über deine Partnerin den "Wettlauf mit der Zeit" kennen. Das enorme Tempo der Frau, viele Anregungen, noch unausgegorene Ideen, Reflexe und Irrtlichter sorgen für grosse Unruhe und Aufruhr in deiner Innenwelt. Da du diesem Tempo kaum folgen kannst, gelingt dir über die Reaktion, dich verstärkt nach innen zurückzuziehen und gegen aussen eine uranische Ablehnung an den Tag zu legen, die gleichmütige Verweigerung. In deren Schutz verschaffst du dir Zugang zum "gefangenen Licht" in dir selbst. Das Kennzeichen dieser Verbindung ist, dass du als Mann an einem Wendepunkt im Leben angelangt bist, wo es den äusseren Schein deiner selbst zu hinterfragen gilt, da du als "Krieger auf der Reise zu dir selbst" vor die Pforte einer neuen Aufgabe gestossen bist. Diese neue Aufgabe kann man nur als Gratwanderung bezeichnen, denn die Möglichkeit einer wenigstens teilweisen Verschmelzung (Konjunktion) deiner Sonnenenergie mit dem uranischen Schein deiner Partnerin ist unter der vorliegenden Op-Position wohl kaum vorhanden.

"WIR HABEN DAS LICHT GESEHEN...!!!"

An sich beinhaltet diese Verbindung zwar den grössten Einblick in die Menschwerdung, der uns überhaupt (überm Haupt!) möglich ist. Was sie aber gerade darum unserer menschlichen Sichtweise zuerst einmal anbietet, ist auch das grösste Schein-Problem an sich: nämlich Einsicht in die grandiose Aussichtslosigkeit der menschlichen Existenz! Am Fusse des Grals hiesse die Einsicht einer solchen Erfahrung zwischen zwei Partnern soviel wie die Verwunderung des Pilatus ausdrückt, als er angesichts des Erlösers ausrief: "Seht, welch ein Mensch!...." (Ecce-Homo). Doch da sich unsere "Gralswanderung" im Umweg über die Scheinbarkeit der Realitäten vollzieht, müssste man diesem Ausruf jetzt wohl noch hinzusetzen: "Und seht, was er aus diesem Menschsein inzwischen gemacht hat!" Gleichwohl erfährst du dich nun in deiner Partnerin, aber wo du ihr diese Erfahrung ausdrückst, kontert sie dir leicht zurück, dass es sich dabei um pure Selbsterkenntnis handeln würde. Und da du dies selber weisst, scheint sie dir letztlich stets bloss das zu retournieren, was das Wesen der Scheinbarkeit ausmacht, nämlich die ganze Unerträglichkeit des Seins. Sie wiederum erhält einzig das von dir Ausgemachte zurück, nämlich den unzufriedenen Kommentar zu deiner eigenen Selbstbespiegelung.
> DER INTERPRETIERTE MANN <

Als Frau wird dein uranischer Widerspruchsgeist schon viele Gegner zu Boden gekämpft haben, so dass du nun auf die Grenzen der eigenen Scheinbarkeit zu stossen hast. Darin verbirgt sich auch, dass du dich bisher nicht auf wirkliche Weise durchsetzen konntest und nun die Erfahrung vor dir liegt, die Maschen egozentrierten Kontrollverhaltens auf unpersönlichere Weise passieren zu dürfen. Doch was du jetzt nicht mehr zu unterdrücken, sondern einfach auszuklammern hast, kommt dir nun über die Aussenwelt als eigene ungelebte Aggression (im Partner) entgegen. Er selbst braucht diese Aggression nicht offen auszuleben, denn sie drückt sich ja nur in deinem erfundenen Verständnis für sein Solarziel aus, das er selbst nicht kennt. Daher musst du sie auch wiederum selbst interpretieren, und dies beschwört die grössten Turbulenzen der Scheinbarkeit geradezu herauf. Der Mensch beginnt sich zu fragen, ob in seiner Wahrnehmung die Wirklichkeit sei, oder ob die Wirklichkeit nicht viel eher nur ein Teil seiner Wahrnehmung sei! Dabei schlägt er die Wirklichkeit gerade mit Fragen in die Flucht.


> LÖSUNGEN AM LAUFENDEN BAND <
ODER
.....WETTEN DASS?

Schon der Zeitpunkt eures Kennenlernens dürfte in eine "turbulente Phase" gefallen sein, welcher eine Zeit der inneren Orientierungslosigkeit vorausging. Als Frau gingst du in einem veräusserlichten Gewährenlassen und in der innern Verweigerung möglicherweise zu weit, was du nun durch äussere Ablehnung und innere Annahme wieder wettmachen kannst. Als Mann könntest du an Sinnlosigkeitsgefühlen (gegenüber den weltlichen Erscheinungen) gekränkelt haben, so dass deine Passivität mit der uranischen Ladung (Elektrizität) deiner Partnerin abgedeckt wurde, was dich wieder auf dich selbst zurück warf und dir zu neuer Verinnerlichung verhalf. Obschon ihr beide euch auf diese Weise gegenseitig helfen dürft, könntet ihr auf die damit verbundenen Umstände letztlich doch mit Ablehnung reagieren, denn eine Lösung von der "Angst im Licht" ist nicht mit Zitaten aus der "Welt des Scheins" herstellbar. Selbst wenn persönliche Komplexe erhellt werden und einiges aufgeklärt wird, wodurch zwar eine wichtige Wegbereitung stattfindet und jedem die Erklärungen einiger Schattenseiten zuteil werden, führt dieses Lösungsmodell doch in eine noch vertieftere Bindung auf anderer Ebene. Auf dieser zeigen sich (gerade weil daran vorbei gestrebt wurde) wieder neue Verstrickungen und Irrtümer, weil man die neuen Markierungen nicht als solche erkennt, und an alten Mustern, wie am einmal eingeschlagenen Weg noch weiter festhalten möchte.
> DIE SZENERIE DER IDENTITÄTSKRISE <

Ihr könnt auf die Strapazen, die der Drang ins Licht uns bescheren kann, mit Ironie, mit Sarkasmus und Ablehnung reagieren, die Sache bleibt aber dennoch vertrackt. Das Zutrauen der Frau wirkt eher wie eine intellektuelle Einmischung in die intimsten Gefühlsbereiche des Mannes, wie ein Herumfummeln in den unsagbaren Tiefen und verborgenenen Urgründen seiner Gefühlsteiche. Diese ständig sich wiederholenden Momente, die man als real gelungene Selbstbespiegelung im andern erlebt, könnte man umgekehrt auch als gegenseitige Identitätskrise bezeichnen. Denn es wird für dich (als Mann) schwierig werden, unter dieser Konstellation dein inneres Energiezentrum (Sonne) mit dem uranischen Schein der Frau zu verbinden. Und da sich in der äusseren Frau auch deine eigene innere Weiblichkeit abzeichnet, bedeutet dies, dass dein inneres Licht sich hier nur gegen den äusseren Schein auszudrücken vermag. Das heisst, dein Licht muss sich des Gegenlichts bedienen, um "licht" zu scheinen. Da jedoch die menschliche Erfahrung des Lichts eine Unmöglichkeit darstellt, der Wandel im Schein aber, der sich über die Manifestationen in der Aussenwelt vollzieht, von uns reichlich kommentiert werden darf, kommt es zu Kollisionen. Denn der Versuch, sich von diesem Kommentar zu lösen (oder gerade in ihm jetzt die Lösung noch immer zu suchen) führt über erregte Gedankensprünge zu jenem unkoordinierten Gedankensalat, über dessen Wortgestrampel der Psychologe dann auf die "Krise" schliesst. Er hat nicht unrecht damit, wenn er seine Aufmerksamkeit dabei auch auf den Geburtsvorgang richtet, denn die Krise, die er damit meint, ist uralt, und noch immer nicht geboren worden.

> DAS AUGENLICHT SIEHT SICH SELBER NICHT! <

Anstatt vom Licht geblendet zu werden, um nichts zu sehen, sollte der Mensch sehen und sich am Licht erfreuen, ohne aber verstehen zu können. Damit dies gelang, lenkte einst Venus-Aphrodite, die Tochter des Uranus, die menschliche Aufmerksamkeit auf ihre eigene Schönheit, welche "Ausdruck" ist, so dass der Mensch vom Licht selber nicht mehr beeindruckt sein konnte, wenn es nicht gleichzeitig auch eine schöne Erscheinung in sich barg.

Im Mythos geht diesem Vorgang das "Urteil des Paris" voraus, der einst die Göttin der Liebe zur "Göttin der Schönheit" kürte. Die Aufforderung dazu hat ihm Hermes-Psychopompos (Merkur) überbracht. In unserm Auge ist jedoch noch immer das Wissen des abgeschwächten Lichts der Sonne enthalten, das aus unserer Innenwelt kommend der Blendung in der Aussenwelt - samt den daraus resultierenden Widersprüchen in all ihren Formen - entgegengesetzt wird. Denn wir wollen nicht wie Paris verfahren, doch da wir dem schlitzohrigen Hermes auch nicht widerstehen können (denn das hiesse schweigen und wegsehen), verfahren wir umgekehrt und fordern selber zum Kommentar auf (Merkur). Im Kommentierten haben wir wenigstens eine Aussicht auf den wahrgenommen Gegenstand (Venus), was wir allerdings - nachdem dies eingermassen gelungen ist - gleich auch noch als Beweis unserer untrüglich richtigen Wahrnehmung betrachten (Uranus)! Dadurch meint unsere Wahrnehmung, sie hätte das Licht gesehen, obschon sie doch nur eine Erscheinung betrachtet hat, denn das Licht kann nicht gesehen werden, sondern: - Es sieht!
> IM WIDERSCHEIN DES LICHTS <

Wenn aus den gründlicheren Nächten,
Aus denen ihr dem Tage naht,
Euch Gutes aufstieg aus dem Schlechten,
Weil ihr das blinde Licht nicht saht:
So sind Machthaben und Machthalten
Euch nunmehr bald der Dinge zwei.
Der grosse Glanz des Selbstenfaltens
Erblasst nun vor dem Jubelschrei!

Ist alle Macht an euch erforen,
So taut ihr auf zur neuen Tat;
Am wahren Licht ging Licht verloren,
So oft ein Schritt daneben trat.
So will er es auch haben, wenn "Es wird!"
Was stets er euch an Gaben zeigt, das stirbt!
Dies hält euch dann die Zeugung länger auf
Und rundet ab und auf -
Vollendet nun am Ganzen seinen Lauf!

Dann endlich seht ihr, wie es wird,
Durch den Umstand, dass man ist,
Erkennt ihr nun des Lebens Stirb,
Dass man, zu sein, nicht mehr vergisst.

Traurig tönt nun eure Botschaft,
Doch sie ist gerecht und weise,
Aus der Dunkelheit der Nothaft,
Beginnt ihr eurer Freiheit Reise.
Vermöchtet ihr darum zu wissen,
Wovon ihr früher bloss geahnt,
Ihr hättet euch darum gerissen,
Wärt ihr nicht darum gemahnt.

In der Absicht nun liegt schon sein Wunder
In dem Wunder aber stirbt nun eure Not:
Was euch an Form entsteht, erlischt an Zunder,
Da ihr euch feurig diesem Kampfe bot.

Seine Sonne in Sextil mit ihrem Neptun

> DER WARME SCHOSS <

Wenn man hier behutsam miteinander umgeht, symbolisiert sich in dieser Verbindung das Klingeln der Morgenröte, wenn aber nicht, - dröhnen Trompeten und Fanfaren tief hinein ins entzündelte Abendrot.
Grosse Faszination kann hier vorhanden sein, die auf einer vital zu lebenden Ebene aber auch Träume in Traumas verwandeln kann! Unter anderem besteht hier die Möglichkeit, dass der Mann dich (als Frau) von einem anderen Mann wegzubringen hat, was sich auch schon als fataler Irrtum in Form eines Danaergeschenks erwiesen hat. Trost, trösten und manchmal nicht ganz bei Trost sein, gehören zur rein menschlichen Ausstattung dieser Verbindung. Manchmal kommt man sich auf eine Weise näher, die einen letztlich selber verblüfft, da man sich anfänglich ja eigentlich nur den Beichtstuhl ersparen oder ersetzen lassen wollte.

Doch: Wehe Dir! wenn du einem "Ritzen-Fritzen" das Tor deiner Seele
öffnest, - er fällt dir mit seiner ganzen Brunst ins Haus!

Immer gilt hier also auch ein gewisser Vorbehalt dem magischen Austausch gegenüber, denn schon Zeus sah das Feuer nicht gerne in menschlichen Händen. Unter Sonne (Feuer) und Neptuns göttlichem Schwingen versucht nämlich der Mensch, "sich der Götter möglichst würdig zu erweisen", wobei er unversehens in eine "Ritual-Stimmung" geraten kann. So will er ein Opfer bringen, wobei dann derjenige, der selbst nichts hat, auf andere angewiesen ist. Diese lassen sich jetzt über ihre Schwächen vom andern fremdbestimmen, sind also meinungslose Nachläufer, fragile Porzellanpuppen, begeisterte Fans, aber ebenso sind es Menschen, die das Gefühl ihres Auserwähltseins von Gott, mit der Opferrolle (unterm Menschen) verwechseln.

Falls ihr aber beide frei von bindenden Verpflichtungen anderen gegenüber seid, kann sich auf einer reiferen Ebene eine Art Erlösungsmanöver abspielen, das dich als Frau zu einer vertiefteren Bindung mit dem Wirklichen hinführen soll. Doch ist diese Verbindung beispielsweise gerade für eine Therapie, die irgendwohin führen soll, keine ideale Grundlage. Denn wir werden sicherlich kaum in der Lage sein, bei diesem Übergewicht von rationalem Ziel und irrationaler Vorstellung, von unserer menschlichen Warte aus dann eine geradezu "göttliche" Verantwortung für den anderen zu übernehmen. Es sei denn, ihr heiratet jetzt, womit dann diese Ehe im Himmel geschlossen wurde und Traum und Verantwortung sich gegenseitig die Hände reichen können.

SINNSPRUCH

Es gibt eine Wohlerzogenheit der Seele, die man daran erkennt,
dass sie dem "reinen Intellekt" spielerisch standzuhalten vermag.

Unter guten Vorzeichen jedoch (siehe weitere Konstellationen) wirst du als Mann bereit sein, die innere Fülle, die aus dieser Zusammengestirnung spricht, ohne Ausweichmanöver anzunehmen und deiner Partnerin Förderung auf allen nicht-intellektuellen Ebenen zukommen lassen. Neptun bezieht sich hier auf den fliessenden Ausdruck der Frau und damit auf die Möglichkeit, ihren inneren Bildern in künstlerischer Gestaltung eine Form zu verleihen. Als Mann spürst du, wie dein Tageswille in Kontakt mit der weiblichen Seele tritt, das heisst, auf der Realitätsebene übernimmst du das Steuer und stellst dich damit in eine gewisse Verantwortung. Ihre Bindung an deine "helle Seite" (Sonne) ist arglos und vertrauensvoll, so dass es deinerseits nicht zu Absichten kommen darf, die auf persönliche Machtgelüste ausgerichtet sind (Guru-Rollenspiel). Denn das, was du damit erreichen könntest, würde dich zuletzt umgekehrt genauso wieder treffen.

Im Hintergrund dieser Konstellation werden auch stets alte Lösungsmodelle entwirrt und letztlich endgültig aufgehoben, denn die Zusammengestirnung von Sonne und Neptun wird euch beide auf einer neuen Ebene mit den tieferen Bindungsmustern bekannt machen. Diese Bindungen brauchen sich nicht automatisch auf die Beziehung allein zu erstrecken. Denn es geht hier nicht nur um die Verfeinerung und Nuancierung eurer Verbindung zur Aussenwelt, sondern vielmehr darum, dass der Neptun-Einfluss euch nun die Brücke zum Wirklichen herstellen kann. Wenn keine anderen Aspekte dagegen sprechen, kann diese Konstellation ein gegenseitiges Vestehen und eine Verständigung anzeigen, die keiner Worte mehr bedarf. Im männlichen Teil sehen wir für die weibliche Partnerin dann den "Mann ihrer Träume" symbolisiert, und - falls ihr beide die Realitäten des Alltags nicht aus den Augen verliert - kann sich dies zumindest bis zu einem gewissen Grad auch durchaus bewahrheiten.

Dennoch stellt sich der Frau unter dieser Neptun-Verbindung doch auch die Frage: Was geht in dir zu einem Zeitpunkt vor, wo du aufgrund deiner Energien einen Mann anziehst, der dir deine neptunischen Schwingungen entweder abzudecken hat, oder aber zur Auslösung bringen soll? (Der vorliegenden Gestirnsverbindung sollte bei Wert-Genauigkeit in der Progression bis hinunter zu den Kleinst-Aspekten (22.30°) Beachtung geschenkt werden!)
> DAS BAUMELNDE STOSS-GEBET <
VORM
....BETTELNDEN OPFERSTOCK

So ein Gefühl war zwar da -
Nur, der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.

Es war Abend im April,
Und man sass unter Bäumen;
Und auf einmal griff er nach
Ihrer Hand.
Er sagte nichts. Und sie blieb still,
Wollte nur ein wenig träumen,
Wie man so träumt,
Von einem weit entfernten Land.

Noch so ein Gefühl kam dazu,
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.
Sie sagte nichts. Er sagte: Du?
(Doch ihr Kopf blieb dabei!)
Und sie glaubte, sie höre ihn bitten.

Das war der Anfang vom Ende,
Und das lag zwischen drin:
Eine Nacht und zwei Hände.
Vielzuviel! - doch zu gering.

So ein Gefühl war zwar da -
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das nicht mehr bestritten.
Man kam sich irgendwie nah,
Es musste irgendwie sein;
Und sie glaubte, sie höre bloss Bitten!

.............................. Sein Mars in Quadrat mit ihrer Venus

> PRIAMOS, HEKATE UND PARIS <
ODER
...DER KÖNIGSSOHN

Um den Hintergrund dieser Konstellation besser zu verstehen, wollen wir einmal den Mythos beim Wort nehmen und schauen, was dabei herauskommt:

Im Vorfeld des trojanischen Krieges wurde der junge Paris von seinen Eltern in den Wald ausgesetzt, nachdem seine Mutter in einem Traum "den Himmel brennen sah" (Krieg), als sie mit ihm schwanger ging. Auf Anraten eines anderen Sohnes von Priamos, den er in erster Ehe gezeugt hatte, glaubte sie, das Unheil dadurch verhindern zu können, indem sie das Kind in den Wald aussetzte. In der Folge beschwor sie damit den Krieg aber gerade herauf, denn Paris wurde nun im Wald von Hermes heimgesucht, dem Abendstern oder Tagesverstand des heutigen Merkur, der ständig etwas zu fragen hat. Dazu muss man wissen, dass derselbe Gott auch in einer Gestalt einhergehen kann, welche nicht fragt, sondern uns Antworten gibt, und die uns als nächtlicher Seelenführer und Erklärer in die Unterwelt begleitet. Diese andere Seite von Hermes wurde im gleichen Gestirn einst Apollon genannt, bis im 6. Jh. v. Chr. Pythagoras entdeckte, dass es sich dabei um dasselbe Gestirn als Morgen- und Abendstern handelte, um Merkur. Die Mutter von Paris hatte nachts in ihrem Traum nicht die Antwort des Erklärers gehört, und also wurde ihr der Sohn jetzt vom Frager am Tag aufgesucht, dem er nun eine Antwort zu geben hatte. Damit sollte die unbeantwortete, weibliche Nachtwelt von der männlichen Tagwelt erstmals eine Be-Deutung erhalten.

Natürlich war der sichtbare Anlass, um den vor Troja letztlich gekämpft wurde, ein Mädchen, so dass über die ausdrucksstarke Gebärde der Streiter das Weibliche (nämlich die Sprachlosigkeit der beeindruckten Mutter) wieder (in einem ausdrucksstarken Bild) vereinnahmt werden konnte: Die schöne Helena. Auf diese Weise wurde jetzt die weibliche Angst vor dem Unerklärten (Mutter) mit der Kampfkraft des Männlichen (Paris) aufgewogen. Und in jedem Krieg resultiert seither der "männliche Heldenmut" aus der Angst vor dem unerklärlichen Weiblichen, denn im Krieg stellt sich der Gipfel der Verweigerung der Geburt dar. Wir können den Krieg als Mythos der menschlichen Sprachlosigkeit verstehen. Und die Sprachlosigkeit wiederum, kommt auch in unseren Beziehungen vor, wo der Reibung, die durch sie verursacht wird, manchmal genauso mangelnde Erklärungen und fehlende Antworten zugrunde liegen. Wenn wir nun die weibliche Venus in Disharmonie mit dem männlichen Mars betrachten, haben wir ein Muster dieser Anziehung vor uns, das man etwa mit "erotisierter Angst" umschreiben kann. Das heisst, die Geschlechter prallen hier in der einen oder anderen Weise aufeinander, ohne dass sich die beiden Menschen auf einer tieferen Ebene damit ebenfalls automatisch treffen müssten.

Der Vater von Paris (Priamos) und die Mutter (Hekate), sind in diesem Vorspiel zwei unvereinbare Grössen, die das Produkt ihrer Triebe (Paris) in die Triebwelt ausgesetzt haben, in den Wald. Wo aber im Wald sich ein einzelner Trieb verselbständigt, haben wir einen Jäger vor uns, welcher bekanntlich der Jagd frönt, die etwa ein deutscher Bundespräsident einmal die erste Geisteskrankheit des Menschen nannte. Und es war diese Verselbständigung eines einzelnen Triebs im Reich der Triebe, die letztlich den Untergang des ganzen trojanischen Reiches in die Wege geleitet hat.

Das Geköch dieser Verselbständigung setzte nur noch ein paar kleinere Zutaten voraus, denn damit aus einem Trieb der menschliche Wille entworfen werden konnte, musste dieser Wille im Kopf natürlich das Dasein eines "Königstriebes" fristen dürfen. Und also war die erste Zutat die, dass dieser eine Trieb, Paris, ein Königssohn war.
> DER GOLDENE BALL <

Damit die Verselbständigung noch weiter gelang, musste der Königstrieb aber auch die Möglichkeit einer "freien Entscheidung" haben. Denn nur so konnte unserem Willen die sogenannte Willens- oder Entscheidungsfreiheit untergejubelt werden. Und natürlich ist eine Entscheidung zwischen zwei Dingen bloss eine Wahl für die eine oder andere Richtung in der Polarität. Und erst die "Wahl" zwischen drei Dingen kommt einer wirklichen Ent-Scheidung näher. Es erschienen vor Paris also - angekündigt von Hermes-Merkur - die drei Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite; unter ihnen sollte der Hirte Paris nun der Schönsten den goldenen Apfel zusprechen, den einst Eris, die "Göttin des Schicksals", auf dem Olymp unter die Götter geworfen hatte.

Der Königstrieb - auf dem Weg, zu unserem Willen zu werden - hat sich für die "Göttin der Liebe" entschieden, die er allerdings dadurch gleichzeitig auch zur "Göttin der Schönheit" gekürt hat. Das ist völlig normal, denn der Wille basiert nicht auf der Verbindung zum Herz, sondern er setzt sich aus der unfreiwilligen Aussetzung von seiner Herkunft (Triebe) und aus der Entscheidung aus der Triebwelt (Natur) zusammen.

Was er von den anderen Göttinnen bei einer Wahl erhalten hätte, waren Versprechen, die eigentlich bereits schon erfüllt waren; ein Königreich oder Männertugend - das besass er bereits, war er doch ein Königssohn und galt auf dem Berge Ida als tugendhafter "Männerhelfer" unter den Hirten. (Dadurch erhielt sein Beiname "Alexander" Bedeutung)

Von Aphrodite jedoch erhielt er das Versprechen, dass er das schönste Weib erhalten solle. Das heisst, die Göttin erzählte von sich selbst, nämlich, wofür sie gelten wollte - und Paris ging darauf ein, indem er sie zu dem machte, was er sich selbst erwerben wollte; nur dadurch konnte er das Erworbene auch beanspruchen. Das ist die Spiegelung des inneren, männlichen Mankos, welches sich die Männer über die äussere Schönheit der Frau abdecken lassen. Doch genau darauf basiert überhaupt jedes Versprechen! Auf dem Anblick des menschlichen Vorteils gegen göttergleiche Schönheit, der dann real nicht eingelöst werden kann, weil jedes Versprechen schon nach sich selber verlangt! Der Vorteil, den er in ihr sah, war der Nachteil, den er bereits in sich hatte, die fehlende Wärme (sein Ausgesetztsein), die er sich nun durch ihre äussere Schönheit ersetzen liess. Der Schein macht's möglich.

Es musste damals also zuerst gewertet werden, und über diese Wertung sollte klar werden, dass die Schönheit in einer sichtbaren Erscheinung lag. Noch als Troja bereits dem Untergang geweiht war, schrien die alten und jungen Hornochsen herum: "Es hat sich gelohnt für dieses Weib, es hat sich gelohnt....!" Und ich glaube nicht einmal, dass wir dies heute nicht alle noch irgendwie nachvollziehen können.
> IM GARTEN DER TRIEBE <

In der späteren Bibel waren die Folgen dieses Misserfolges aber bereits schon abgeklärt, denn der Schaden wurde jetzt über die "schuldige Eva" umgehend und radikal wieder gutgemacht, indem Helena durch Eva ersetzt wurde, und Evas Schönheit dazu noch total abgewertet wurde. Sie war nun für Nacktheit und Schuld zuständig, aber nicht mehr für Schönheit. Sogar der Ausschluss aus dem "Garten der Triebe" erfolgte diesmal aufgrund ihrer Bilanz und damit auch wider das blosse Nacktsein. Das heisst, die Ursachen und Folgen des trojanischen Krieges zogen hier also schon weitere Kreise nach sich, die noch heute ihre widerlichen Konsequenzen ausringeln.

> DER STIERKAMPF <
ODER
...DAS OPFER-PRINZIP

Die Verselbständigung eines Triebes bedurfte anfänglich aber noch der Zutat, dass Paris sich für die Schönheit, die er selber kreiert hatte, auch handfest einsetzen konnte. Es kam also zum Stierkampf, der jedem Krieg vorausging - denn der Stier war das Opfertier des rindfleischessenden Halbgottes Herkules, dem "Mythos unseres Ichs". Und da Paris den Stier natürlich bezwang, bestand auch Aussicht darauf, dass er auch die Kuh bei den Hörnern packen konnte, denn der Heros (auch der Kriegerische genannt) war ihm jetzt gut gesinnt. Dieser Kuh aber (später das goldene Kalb), die als Venus-Flora gegen Venus-Urania in das Tierkreiszeichen des Stiers gesetzt wurde, dem Wirtschaftswachstums-, Ausbeutungs- und Alles-Vermarktungsprinzip, war damit nun auch ein wunderschöner Spiegel geboten. Wir schlagen uns in ihm noch heute mit "Lebensqualität" oder "Lebensstandard" herum, denn sein Glas ist milchig und trüb und lässt uns nicht sehen, derweil die Kuh im Hintergrund für unsern "Standard" hungert und für unsere "Qualität" blutet. Mit andern Worten: etwas Verlogeneres als diesen Spiegel gibt es gar nicht.
> DIE ROLLEN SIND VERTEILT <

Auf individueller Partnerebene vollzieht sich unter dieser Konstellation eine zumindest dem Verhaltensmodell nach ähnliche Kurzgeschichte. Als Mann winkt deinem inneren gefühlsmässigen Antrieb jetzt nämlich die äussere Gelassenheit der Frau; als wüsste sie, dass du schon immer ein Krieger warst. Dabei dürfte sie jedoch dir gegenüber alles andere als gleichgültig sein, doch hat sie gelernt, ihre Weiblichkeit nur auf eine bestimmte Art auszudrücken - und eben nicht auf eine unbestimmte! Die eher unbestimmte Art der Spiegelung liegt in deiner Haltung, mit der du ihr jetzt besitzergreifend entgegentrittst: Irgendwie anzüglich, aber nicht ganz anziehend; mit vielen gemischten Gefühlen, aber ohne konkreten Ausdruck deiner wesentlichen Empfindung für sie; mit gar mancherlei Zeichen, aber ohne verständliche Signale; mit Begehren, aber ohne die Zutat echter Bedürfnisse; von ihrer Erscheinung angetan und begierig, aber nicht treffsicher genug. Auf diese Weise irritiert ihr euch dann gegenseitig, es entsteht eine emotional unklare Haltung, die du mit Kraft nicht auflösen kannst und die sie mit ihrem passiven Harmonieverhalten ebenfalls nicht zu ändern vermag. Dadurch wird aber die nackte Lust oft nur noch zur anderen Seite der Angst, und der Kurzschluss in die Sexualität ist letztlich eher inständig gewollt, als anständig vertretbar. Unklar bleibt, was sie in ihrer Rolle, als auch, was sie für dich wirklich ist! Ist sie die "schuldige Eva" oder die "Schöne Helena"? Siehst du sie selbst - oder nur deine bessere Seite in einem Spiegel?

Als Frau dürfte dir unklar sein, ob es der Mann auf kreative Zeugungsvorgänge mit dir abgesehen hat, oder ob er dich nur von sich selber überzeugen will. Dadurch entsteht ein Kampf, der handfest eigentlich nur noch sexuell ausgetragen werden kann, um euch am ende gefühlsmässig arg durchzuschütteln. Das heisst, ihr zieht euch an, ohne aber von der Anziehung los - und über sie hinaus - zur inneren Verschmelzung zu gelangen. Sie erkennt zwar in dir einen einsamen Kämpfer, sie kennt deine Taktik, doch weil sie an dieser Stelle für den Kampf nur Verwunderung übrig hat, veranlasst sie dich auch, an deinen Anstrengungen gründlich zu zweifeln. Was dich äusserlich aufmuntert an ihr, kann dich dann innerlich gleichzeitig lähmen, womit aber bereits schon Resignation das Produkt eurer beiderseitigen Bemühungen wäre.

Es sei hier auch noch das Prinzip einer entspannten Verbindung wiedergegeben, denn es kann sein, dass ihr das Modell, das einer solchen Begegnung vorausgeht, jetzt erst noch zu durchlaufen habt. Auch in dieser Verbindung - wie bei allen anderen - ist zu beachten, dass die Quadratur im Partnervergleich nicht stärker wirkt, als die Opposition! Dem Quadrat liegt aber die "menschliche Absicht" zugrunde, so dass dieser Winkel - selbst über Hemmnisse hinweg - zwei Menschen doch eher zusammenkommen lässt, wo sie dann allerdings auch mit den Hemmnissen zu leben haben.
> MÄNNER LASSEN LIEBEN <
ODER
...DAS UNLUST-PRINZIP

"Das ist doch Wahnsinn!" sagen wir oft. Dabei vergessen wir, dass genau dort, wo der Wahn beginnt, der Sinn endet! Und hier ist es umgekehrt, die Sinne beginnen und setzen dem Wahn und dem Wähnen ein Ende. Das heisst, es wird wieder irdischer auf Erden.

Zum Zeitpunkt eures Kennenlernens dürftest du als Mann dich in einer wichtigen spirituellen Neuorientierung befinden. Die Umstellung, die dir jetzt bevorsteht, soll es dir ermöglichen, von einem inneren Bild loszukommen, in das du dich mehr oder weniger freiwillig eingebunden hast. Deine Triebwünsche wurden von einem Idealbild absorbiert, was man sich so vorstellen kann, dass du in der Aussenwelt keine andere Frau mehr sahst, als diejenige, die du real nicht erreichen konntest. Grund dafür war, dass du sie gar nicht zu erreichen brauchtest, da sie in der Tiefe deiner Wirklichkeit schon bei dir war. Auf diese Weise konntest du an dem Ort, wo du dich - jetzt real - befandest, keine neue Weiblichkeit mehr ausmachen; du konntest sie nicht mehr "ausmachen" - weil du sie gleich selber gelebt hast!

Die Transformation nach oben bleibt der Triebwelt von unten verbunden. Das, was wir "Vergeistigung und Zugang zu höheren Welten" nennen, findet in reinen Überbeantwortungen statt, falls wir nicht gleichzeitig die untere Ebene umschichten und die innere Bedeutung unserer Erdbindung kennenlernen wollen. Man darf dir jetzt attestieren, dass du das am eigenen Leib erfahren hast. Wenn wir unsere eigenen "unteren" Triebe nicht mehr zulassen und für ihre Erlösung sorgen, wie sollen wir dann andere Menschen erlösen können? Wer von seinem inneren Getriebe nichts mehr wissen will, den kann auch die treibende Kraft nicht mehr zu den Orten hinführen, wo das Wissen seinen Sinn erhält. Und Wissen ohne Sinn wird dann zur Frage, die man nicht mehr ans Leben stellt, und deren Beantwortung wir nur noch von einem Kopf erhalten können; obwohl wir eine solche doch mit unserem Herzen empfangen möchten. Es ist die "kontrollierte Leidenschaft", die dann ihr sinnloses Leiden bereits vor der Erfahrung verbreitet.

Von aussen betrachtet, könnte sich das so anhören, als wärst du als Mann mit dem Bild einer verschmähten Liebe konfrontiert gewesen - oder mit einem Wunschtraum, der dir für immer unerreichbar schien -, so dass du mitunter wie "Ein-von-der-Lebenskunst-Besessener" an dir selber gearbeitet hast; denn auf diese Weise - symbolisch als Götterschmied - konntest du mit deiner inneren Vorstellung die äussere Realität mit Idealbildern überziehen. Und im Idealbild, in dem du dahingeschwebt bist, hat es dich bis in die Nähe Aphrodites gehoben. Du warst Hephaistos ähnlich, dem Schmied der Götter, der mit Venus-Aphrodite verheiratet war.

Erst im Zustand dieser "Abgehobenheit" konnte sich dir als Mann jetzt also Aphrodite nähern, in einer Frau, die das glänzende Schwert ihrer Marskraft jetzt zwischen dich und dein eigenes Spiegelspiel stösst und dir damit die innere Verblendung kappt - oder halt die Erleuchtung erdet! Verstehe die Begegnung mit ihr so, dass sie dir dein inneres Schauen korrigiert oder dir den inneren Blick weg vom Medusenhaupt lenkt, in die Richtung eines eher wieder gewöhnlichen, aber auch durchaus angenehmen Panoramas, von dem aus sie dich sanft wieder auf die Erde zurückführen wird. Ihr Schwert ist dein eigenes, du hast es mit Liebe geschliffen und letztlich mit Geduld gesiegt; doch der Eindruck, über den sie dich selber spiegelt, stammt jetzt von ihr. Alles ist Magie, aber nicht alles erleben wir als ein Wunder. Dieser Prozess vollzieht sich nun auf eine bemerkenswert aufwärmende Art und Weise, dass du ihn vorerst wohl weder begreifst, noch wirklich wahrzunehmen brauchst, da alles sehr leise geschieht. Dies darf bei einer Transformation unter Beteiligung der Marskräfte nicht oft behauptet werden. Denn, selbst wenn es ein paar Tränen oder gar ein Geheul geben sollte, wird dies unter einer schalldämpfenden Bettdecke stattfinden. Also: Fürchte dich nicht, denn sie ist bei dir!
> DER WOLF IM SCHAFSPELZ <
ODER
...DIE AUFHEBUNG DER WÄRME

Vielleicht "vergöttert" dich deine Partnerin für eine Weile, sie hält dich für einen "Regenmacher" oder "Kalendermann"; sie himmelt dich an, weil du genau das nicht wollen kannst, was andere zumindest jederzeit zu wollen glauben, wo sie der strahlenden Liebesgöttin auf ihren irdischen Streifzügen begegnen. Tatsächlich jedoch möchtest du schon; - du bist auch nicht ein kleinerer Lüstling als jeder andere auch -. Du bist sogar so weit gegangen, dass du den Ausdruck deines eigenen Wollens mit dem Eindruck deiner Begegnung mit Aphrodite (nämlich mit der Berührung deiner inneren Weiblichkeit) vertauscht hast. Das heisst, als nächstes hättest du wahrscheinlich auch noch wollstricken gelernt. Du bist dir selber ins Garn gegangen! Am Computer und andern Lösungsmodellen frönen wir der "Erdflucht", wo die Persona in den männlichen Lösungs-Modellen in die Lüfte abhebt. Sodann kann menschliche Wärme weder gefordert, noch erbracht werden, da sie ganz einfach aufgehoben wird. Dabei hast du nicht übertrieben; im Gegenteil, es ist dir gelungen, deine "Erdbindung" sogar auf die Spitze zu treiben, so als hättest du selber ins Erdinnere zur Mutterglut vorstossen wollen, um dort zu verbrennen. In dieser Verschmelzungs-Sehnsucht hat es dir auch nicht am Zugang zur Seele gemangelt, sondern, was dir gefehlt hat, war eine passende, leibhaftige Erscheinung in der Aussenwelt, die ihren authentischen Arsch zwischen deine Selbstverarschung in den Bildern geschoben hätte. Es kann sein, dass du einst das Happy-End im Märchen von Hänsel und Gretel eher als einen tragischen Ausgang verstanden hast, denn vielleicht wärst du damals lieber gerne von der bösen Hexe in den Ofen gestossen worden - weil es dort so warm ist! Das heisst also, nicht weil du zuwenig wolltest, sondern weil du zuviel verlangt hast, konntest du das gewöhnliche Wollen verlernen, denn die Ziele deiner Woll-Lust hingen derart hoch, dass sie im Rahmen des Erreichbaren gar keinen Platz mehr fanden. Dafür hast du aber viel leisten müssen, du hast geschuftet und überwunden, als wolltest du ein Heiliger oder Kunstbesessener werden - fast hättest du dabei im unfreiwilligen Verzicht dich selber geschafft. Also wird dir der besänftigende, weibliche Balsam nun auch zustehen, den sie jetzt wie ein Moorbad auf die Wunden deiner alles überwindenden Triebkräfte fliessen lässt; sie erweckt in dir einen süssen Wall von mahnenden Bildern, die dir Leben und Tod illustrieren sollen, während sie dich als dein Weib ins Reich der Imagination entführt.

Gleichzeitig darfst du jetzt deine überhöhten Ziele doch noch erreichen, denn du kannst dir jetzt redlich schwitzend und stöhnend ein paar jener Sternstunden abverdienen, die dir den Geruch einer lebendigen Erfahrung bescheren, die da heisst: "Bewegung ist Leben!"
> MIT DER LOGIK KAMEN DIE ZAHLEN <
UND
...MIT DEN ZAHLEN VERSCHWAND DIE KUNST

Wer Zugang zur eigenen Seelenkammer findet, sollte jedoch nicht vergessen, aus dem Fenster, in die Welt der Erscheinungen, zu schauen. Es heisst, dass die die Logik, die uns seit der Reformation und der französischen Revolution über Lehr- und Leerstoffe in den Griff gekriegt hat, zum alles verklauselnden Weltübel geworden ist. Wenn das stimmt, dann ist es eben doch auch so, dass wir uns ohne diese Logik in der Welt nicht zurechtfinden könnten. Was uns von der Welt übriggeblieben ist, ist Logik. Doch, obschon die Logik das Übriggebliebene ist, stellt sich das Übriggebliebene uns jetzt als die Welt dar! Denn wo wir früher noch am Fenster sassen und in die Welt hinaus geschaut haben, sitzen wir jetzt am Fenster und schauen in es hinein! - in ein schwarzes Loch, in die sinnentleerte logische Leere, aus der uns die Fenster (flying windows) wieder um die Ohren fliegen.

Dagegen hilft keine Kunst mehr; denn mit der Logik kamen die Zahlen, und mit den Zahlen kam das Geld. Und da wir alles im Überfluss hatten, musste das Geld auch wieder ausgegeben werden - so dass dann selbst die Kunst vervielfältigt, gedruckt und kopiert wurde. So liess sich auch diese Nachfrage gebührend befriedigen, wie wir das nach den 70er Jahren, wo - hinter und vor Warhol - alles Kunst war, erlebt haben.
Und heute gibt es neue Kunstbegriffe und neue Löcher der Verständigung. Es gibt bloss keine Kunst mehr, es gibt nur noch Künstler und ein Handbuch dazu! Der Mensch selber ist nun zum Kunstwerk geworden, entworfen vom Objekt seiner eigenen Logik, dem beschnittenen Teil seiner selbst. Und also müssen wir uns umsehen. Denn um unsere Logik (Uranus) mit der Imagination (Neptun) wenigstens wieder ein bisschen zu versöhnen, bieten sich noch immer die Komplementärkräfte von Venus und Mars an. Da erfahren wir im Kreatürlichen zuweilen noch etwas Spiegelung - falls wir gewillt sind, uns wirklich umzusehen. Meistens dürfen wir den Sinn dann wenigstens in einem schönen Arsch wiederentdecken; manchmal erkennen wir dabei, dass wir mit dem Sinnerlebnis selber schon am Arsch angelangt sind. Doch wie auch immer, es ist sicherlich wichtig und nützlich, das eine oder andere dann zu beherzigen.

Ein Teil deiner inneren Wirklichkeit wird nun also in der Aussenwelt wohltuend von deiner Partnerin abgedeckt, deren Venus mit deinem Mars eine Verschmelzung eingeht. Auf der Erscheinungsebene braucht sich diese Energie vorerst nicht an eine ereignishafte Form zu heften, es brauchen sich auch keine real sichtbaren Veränderungen der äussern Verhältnisse einzustellen; die beiderseitige Transformation zum Zeitpunkt eures Zusammengehens ist doch bereits schon in vollem Gange.
In den Jahren danach kann dieser Aspekt dann als eigentliche "Liebeskonstellation" auf eure Beziehung einwirken, wobei du als Mann die eingangs konditionierte Rolle des passiven Liebhabers ablegen wirst und dich zum aktiven Erotiker aufschwingst, der allmählich den aggressiveren Part übernimmt. Venus und Mars zeigen dann die beseelte Verständigung an, die Möglichkeit einer Kommunikation mit erotischen Mitteln und breiter Erfüllung auf sexueller Ebene, denn weibliche Sanftmut und raffinierte Beschwichtigung vermögen hier stets direkt auf die männliche Triebwelt einzuwirken.
> DIE VERKEHRTE KRAFT <
ODER
...DER KRAFTVERKEHR (DIE BRUMMIS)

Astrologisch verbindet sich also hier der Mars der Frau, der die männliche Tatkraft symbolisiert, mit der Venus des Mannes, in der sich die weiblichen Gefühle spiegeln. Dabei handelt es sich um einen energetischen Tausch der Kräfte, die für unsere innere Beeindruckbarkeit, wie auch für unseren Ausdruck nach aussen sorgen. Solches gilt bei Homosexuellen oder Lesben genauso, denn zur Liebe fähig sind die Menschen, nicht die Geschlechter. Es ist profan und diskriminierend, wenn etwa Autoren - wie Liz Greene oder Erich Fromm - behaupten, Gleichgeschlechtliche wären nicht liebesfähig, weil die "normale" Polarität fehlen würde. Die Liebe ist alles andere als normal - und man muss den Autor der "Kunst des Liebens" belehren -: die Liebe beginnt gerade erst, wo die Polarität der Geschlechter aufhört, nämlich auf der Ebene der Verschmelzung von allem mit allem, und das ist erst nach der Anziehung, aber noch vor der Abstossung und Ausgrenzung der Fall! Denn wenn allein schon die Existenz der Polarität eine Verschmelzung zustande brächte, dann wäre auch die "Kunst des Liebens" überflüssig, nicht wahr, denn es geschähe dann ja alles von selber. Diskriminiert wird mit solchem Schwachsinn aber nicht der Schwule oder die Lesbierin, sondern das Menschliche schlechthin; eine Gesellschaft, die allein aufgrund des Geschlechts normierte und funktionierte, würde auch ihre Kinder seelisch ausspucken, falls denn solche Statements überhaupt ernstzunehmen sind.

Im Bereich der Anziehung wickeln wir - vom Mythos aus betrachtet - vor allem als Heterosexuelle ein mehr oder weniger illegales Geschäft ab. Venus (Aphrodite) und Mars (Ares) waren nicht die legitim Liebenden, sondern sie waren die heimliche Geliebte und der brüderliche Liebhaber. Wenn die schöne Aphrodite mit Mars zusammenging, betrog sie ihren Gemahl, denn sie war die Angetraute von Hephaistos, und Mars hinterging dabei seinen Bruder, welcher nun derselbe Hephaistos war.

Wo also Venus und Mars zusammentreffen, verbindet sich unsere Energie direkt über die Sexualität, wohl auch darum, weil uns unter dieser Gestirnung etwas anderes oft gar nicht mehr übrig bleibt. Als Mensch will man sich in seinen Werken, Handlungen, Namen und Taten möglichst vorteilhaft bespiegeln; gewaltig, aber günstig, einfühlsam, aber kostenlos soll es vonstatten gehen, denn man will ja "nur" um seiner selbst willen geliebt werden, damit wir das Reich der Gedanken - den Hauptort unserer Egozentrale - wiederum angenehm erleben können. Auf dass wir unsere Triebe jedoch so leicht loswerden können, musste das "Reich des Denkens" unserer Triebwelt erst angeglichen werden; denn es ist doch absolut triebhaft und entbehrt zumindest jeder Vernunft oder läuft sogar dem Liebesempfinden zuwider, wenn man "um seiner selbst" geliebt werden will. Man erlebt sich selbst nur wirklich durch andere. Und wenn man beispielsweise die "Kunst des Liebens" zum Lieben erst dazulernen müsste, dann würde man ja bereits schon um einer Kunst willen geliebt und nicht mehr wegen seiner Gefühle. Die Kunst des Liebens bleibt eine stets abgehobene Lebensform im Kopf, die analog zur untergeschobenen Triebwelt im Computer steht; beide sind virusanfällig, denn sie haben nach Liebe und Leben gegriffen, ohne dass die Liebe sich dazu geäussert hätte. Ein herzloserer Schwachsinn, als die Vorlage, die Liebe indirekt lernen zu können, nämlich aus einem Buch, ist seit Erfindung der Druckerschwärze nicht vorgelegt und in so rauhen Mengen geschluckt worden.

Trotzdem ist es verständlich, dass wir in jungen Jahren eine günstige Bespiegelung wollen, und dass wir auch später eher an der Liebe verzweifeln, auf sie verzichten oder sie allein in unseren Kindern wiederholen, als dass wir unser Bild von der Liebe dem authentischen Leben anpassen würden. Und da wir uns daneben oft nur noch mit purer Sexualität begnügen, weil etwas anderes gar nicht mehr in Aussicht steht, wird es dann auch äusserst schwierig, dem Sand am Meer zuraunen zu wollen, dass er ja nur noch Zuschauer sei. Denn nur in unseren Trieben können wir unsere innere Wahrheit bespiegelt sehen, und nur in unserem beseelten Wesen sind wir tatsächlich auch liebenswert; denn welcher lebendige Mensch möchte wohl unsere Persönlichkeit, unsere Maske und unsere Schminke, die Hülle der Persona, mit seinem ganzen Herzen lieben können?
> VIELE BUNTE STARALLÜREN <
ODER
...DEM GEILEN SCHWAN(T) KEIN ZIEL

Der Millionär sehnt sich vielleicht nach Anonymität, um seine Bedürfnisse besser befriedigen zu können - und der "Star" hat die Verbindung zum Bauch bereits verloren, denn er gehört jetzt allen, ist öffentliches Allgemeingut geworden. Damit kann dann auch sein Denken, Handeln und Reden nicht mehr der Überfahrt über den Styx dienen, das ihn zur Unterwelt der Seele führen würde. Dafür hat er sich in den Scheinwerfern der menschlichen Hölle verfangen, als Zombie im Himmelreich auf Erden, wo nun jedes Detail perfekt geplant werden muss, weil es die Vollkommenheit der himmlischen Sphären nicht mehr gibt. Allein die Hölle ist perfekt, der Himmel aber ist vollkommen. Wir wissen dann alles von Preisen - und nichts mehr vom eigentlichen Wert.

Also sind sie auch nicht mehr geil, denn die Geilheit macht treffsicher. Und unsere Treffsicherheit entsteht aus der Mutation der Triebe, die uns vor selbstgeplanten Zielsetzungen zurückhalten und uns letztlich in die Ziele des Lebendigen zwingen. Denn es sind die Triebe, die uns mit Wünschen schwängern, und die uns aus der Unerlöstheit der Wünsche die Bilder formen, und die uns vor "Selbstentwürfen" und selbstgemachten Taten zurückhalten wollen. Es sind die Triebe, die uns zur Lust ansetzen, aber es sind ebenfalls die Triebe, die uns davon abhalten, uns jede Lust zu erfüllen. Die Triebe wissen, was sich gehört, denn sie wissen, dass Erfüllung nicht von uns selbst erfüllt werden kann, denn die Erfüllung ist bereits erfüllt; sie müssen warten, - darum, und nur darum, liegen sie stets auf der Lauer.
> LIEBE DEINE TRIEBE WIE DICH SELBST! <

Es heisst: "Du sollst dir kein Abbild von Gott machen!" Und das heisst vor allem auch: Du sollst die Triebwelt nicht selber steuern, du sollst keine Triebe manipulieren, du sollst nicht Triebe durch einen Königstrieb kontrollieren, denn du wirst nur die falschen ersetzen. Du sollst nicht Angst haben vor deinen Trieben, sondern dich steuern lassen von ihnen, denn die Triebe zwingen dich nicht zur Untat, sondern sie verhindern sie gerade! Solange du sie alle verspürst, kannst du nicht auf die einzelnen hören, denen du den Bauch geopfert hast, damit sie als "Königstriebe im Kopf" das Ritual jetzt auch noch in der Aussenwelt abhalten und ständig fortführen. Denn zu jedem Trieb, der will, gibt es auch einen Trieb, der nicht will. Dies ist das Gesetz, dem du mit fertig verpackten Wahrheiten nicht mehr folgen kannst, wenn du nicht zulässt, zu erleben, wie das Leben siegt. Wenn du dir aber merken kannst, dass es keine machbare Wirklichkeit gibt, sondern alles Wirkliche vor uns ist, nicht hinter uns, brauchst du auch keine "Wahrheiten" mehr im Kopf zu behalten; dein Kopf wird frei in deinem Bauch und die Träume werden vom Verrat wider die Seele gereinigt. "Liebe alle deine Triebe wie dich selbst - aber wirklich alle! - und sie werden die Machwerke der Scheinbarkeit auflösen und das Leben selbst zu dir hinführen!"

Die notwendige Angleichung unseres Denkens an die Ansprüche unserer bevorzugten Triebrichtung geschah also dadurch, dass die Triebe "korrekt" getrennt wurden und ein "sauberes Aussehen" erhielten. Und nun sind es auch diese "sauberen Triebe", die mittlerweile nicht mehr zum Himmel stinken, sondern bereits schon die Hölle verpesten. Die vereinnahmenden Triebe wurden dabei den Knaben übergestülpt und in männliche Eigenschaften verpackt, wo sie über die Erziehung als Unabhängigkeit, Stärke und Gefühlslosigkeit (Schmerz-Unempfindlichkeit) gelernt werden müssen.
Die weiblichen Eigenschaften erhielten dafür den andern Teil zugewiesen, der sich nur noch vereinnahmen lassen sollte; denn: ohne Herrscher gibt es keine Diener, und ohne Repression gibt es keine "Depression"; ohne Druck gibt es keine Unterdrückung, und ohne Hardware gibt es keine Software-Milliardäre; - so einfach ist das.

Das heisst, die Mädchen hatten sich nun als weich, anschmiegsam und empfangend wahrzunehmen. Doch innerhalb dieses Konzeptes entpuppte sich dann, dass das "Multiversum der Triebe" die Rechnung des moralischen Saubermannes niemals aufgehen liess, schickten uns die Triebe doch stets eine neue Seuche als Abrechnung hinterher. Hephaistos, der Schmied, wurde von den beiden Komplementärkräften übergangen; aber er war der Bauch, er war der Hässlichste - aber er war die Magie, die allein dadurch zustande kam, dass er die beiden Kräfte in sich selber vereinte.

Und die heruntergespielte, weibliche Aggression verschafft sich dann in Anziehung bei gleichzeitiger Verweigerung Luft und Lust, da ihr Kostüm der Hingabe ja zum Inventar jenes Schauspiels gehört, das leicht durchschaut werden kann. Die aufgemöbelte, männliche Härte, die auf ihrem Hochsitz nicht gänzlich erfrieren will, musste sich nach einem "heissen Domina-Effekt" umsehen, über den der Held mittels der Bullenpeitsche wenigstens noch nach Strafe verlangen darf, wenn ihn schon die Gefühle nicht mehr erreichen können, da ihm niemals gelernt wurde, sie anzunehmen. Das heisst, man kann sich jetzt auch über Durchsetzungsstörung und Hingabeverwirrung die Hände reichen.

> DAS SALZ DER ERDE < HINTERGRUND

Als Michelangelo das berühmte Gemälde des Abendmahls erschuf, suchte er lange nach geeigneten Modellen für Jesus und seine zwölf Jünger, in denen er die typischen Ausdrucksformen der zwölf Tierkreiszeichen wiederfinden konnte. Für Jesus, den er als Steinbockgeborenen in die Mitte des Bildes plazierte, fand er einen jungen Mann, der voller Kraft und Anmut in der Blüte seines Lebens stand. Daraufhin vergingen viele Jahre, bis das Bild fast fertig gemalt war, doch noch immer fehlte die Figur des Judas Ischariot, von dem Jesus verraten wurde. Er konnte kein Modell für ihn finden. Eines Tages begegnete er dem Mann wieder, der ihm für die Figur des Jesus Modell gestanden hatte; der Mann war älter geworden, kraftlos, enttäuscht und verbittert. Der Maler bestellte ihn wieder zu sich. In derselben Person, die er einst als Erlöser ins Zentrum seines Gemäldes gesetzt hatte, hatte er nun auch den untersten Trieb, den Aussenseiter und Verräter gefunden, den er links im Bild über dem umgestossenen Salzfass plazierte. Nicht nur in diesem Modell war der höchste Punkt auf den tiefsten angewiesen. Und beide - der Erlöser vom Irdischen, wie der Einbinder ins weltliche Gewerbe - sollten nun auf dem Gemälde gemeinsam das Zeichen des Steinbocks darstellen.

Text stark gekürzt, hat 40 -60 Seiten Text.


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