Zitat aus der Presse über diese Texte:"Die Deutungen provozieren, denn sie zeigen auch unangeneme Seiten einer Persönlichkeit auf. Schattenarbeit wird gross geschrieben....Sensible Naturen können davon erschreckt werden, aber was bietet mehr Entwicklungsmöglichkeiten als der Blick in einen manchmal recht dunklen Spiegel und ein wohlwollendes Erkennen seiner selbst?"

.....Diese Partnerschaftsanalyse hat etwa 40 - 70 Seiten Text (A4), hier nur ein Auszug....

Komposithoroskop
von Jimi Hendrix und Janis Joplin


Sternzeit 11:24
Wohnort Seattle-USA Länge 122º 15'W Breite 47º 41'N
 

Planetenpositionen
Sonne 1º 36' 02" Steinbock
Mond 16º 43' 18" Krebs
Merkur 5º 56' 10" Steinbock
Venus 10º 38' 06" Steinbock
Mars 6º 03' 51" Schütze
Jupiter 21º 58' 37" Krebs R
Saturn 7º 38' 21" Zwillinge R
Uranus 1º 36' 42" Zwillinge R
Neptun 1º 49' 45" Waage
Pluto 6º 43' 32" Löwe R
Mondknoten 27º 56' 09" Löwe R
Chiron 28º 39' 00" Löwe
Lilith 13º 12' 26" Krebs

Häuser nach Placidus
AC 29º 34' 08" Skorpion
Haus 2 1º 53' 50" Steinbock
Haus 3 11º 55' 27" Wassermann
Haus 4 20º 13' 47" Fische
Haus 5 19º 41' 22" Widder
Haus 6 11º 44' 60" Stier
Haus 7 29º 34' 08" Stier
Haus 8 1º 53' 50" Krebs
Haus 9 11º 55' 27" Löwe
MC 20º 13' 47" Jungfrau
Haus 11 19º 41' 22" Waage
Haus 12 11º 44' 60" Skorpion

Sonne in Steinbock in Konjunktion mit Merkur in Steinbock
> IHR TON MACHT DIE MUSIK <
 
In dieser Verbindung konstellierst du dich als Mann, der Vermittlung sucht. Als Frau bist du in der Lage, deinen Partner von dieser Suche abzulenken, indem du ihm Kommentar und Verständnis lieferst, wie er es sich wünscht. Stimme, Tonfall und Ausdruck, wie auch das intellektuelle Einvernehmen werden in eurer Beziehung eine entscheidende Rolle spielen. Der Aspekt fördert einerseits die intellektuelle Klarheit und sorgt für eine gute gegenseitige Verständigung. Andererseits haftet ihm aber doch auch jene Androgynität an, die darauf schliessen lässt, dass deine männliche Aufmerksamkeit sich gegenüber der Frau mehr auf die verbalen Ausdrucksformen richtet, als auf die innere Ausdruckskraft ihrer Weiblichkeit. Doch bist du auf der Verstandesebene durchaus fähig, sie zu fördern und ihre Ideen konstruktiv aufzunehmen. So braucht sie sich zumindest nicht unverstanden zu fühlen.
 
> DER SCHEIN ÜBERM HAUPT <
ODER
....DAS VON DER BLENDUNG DURCHKREUZTE LICHT
 
Dass man sich hier gegenseitig versteht und auf die Ideen des andern eingehen kann, rührt daher, dass man nun ein Bild in der Aussenwelt gefunden hat, in dessen Erscheinung sich ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Problematik darstellt. Damit haben wir aber gleichzeitig aber auch das Vermittlungsprinzip (Merkur) zur Mitte gemacht. Und wenn jetzt Bewegung Leben ist, dann haben wir etwa in den >Bewegungsmitteln< jene Mittler vor uns, die uns das Leben abnehmen sollen, indem sie über das Lebendige hinausführen. Nun ist aber das eigentliche Leben niemals das Mittel (Medikament), sondern die Mitte, und Austausch von echten Gefühlen - die aus der Mitte kommen - kann nicht von der Peripherie (vom Kopf oder Schwanz) ausgehen, sondern vom Bauch. Denn die Mitte ist der Mensch, wie dies etwa vom Menschensohn zwischen den zwei bleichen Verbrechern am Kreuz symbolisiert wird. Was eine Beziehung im Innersten zusammenhält, sind nicht das Denken und die Sprachformen, sondern die seelischen Inhalte. Es gibt zahllose Vergleiche, wie man der Mitte beraubt und vom Energiezentrum aus in die Bahnen der Vermittelbarkeit "hinausgeschleudert" wird. Angefangen bei den Lebensmitteln, die, wo sie von unserem stagnierenden Bewusstsein genetisch verändert werden, nicht mehr bewegtes Leben darstellen. Hingegen manifestieren sie bereits schon die von uns "erdachten" Sterbemittel. In Sonne/Merkur haben wir stets dieses "kommentierte Licht" vor uns, unsere Beschreibung, die sich - über Schrei und Reibung - von der Mitte getrennt hat. Das heisst, die Möglichkeiten unseres Bewusstseins, all das zu teilen und zu unterscheiden, was dem Leben selber unteilbar und unterschiedlos bleibt.
 
Um den dunklen Trieben zu entgehen, kommentiert unser Bewusstsein dann das Licht, ohne zu bemerken, dass es nicht nur Mittel gegen die Triebe schafft, sondern auch Mittel gegen das Leben. Die ständig vorhandenen Absichten sind die Gefahr einer Sonne/Merkur-Verbindung, denn wo wir den Trieben entgehen wollen, heben wir die Triebwelt nicht auf, sondern schaffen die Umtriebe gerade erst herbei.
 
Das Licht und der Kommentar (Sonne-Merkur) münden dann in die reine Selbstdarstellung ein. Im eigenen Horoskop hat jedermann eine solche Verbindung, da sich Merkur nie weit von der Sonne entfernt. Und daher kann es ohne Zweifel bei einer zusätzlichen Verbindung im Partnervergleich zu extremen Aufblähungen der gegenseitigen Selbstdarstellung von Männlein und Weiblein kommen.

> VON DER GENESIS ZUR GENETIK <
ODER
......DIE REISE DER SEE-ELEFANTEN <
 
Die Problematik ist die, dass hier das Lebendige aus dem Kopf heraus selber bewegt werden will, indem man sich auf eigene Faust ununterbrochen Bewegung zu verschaffen sucht. In der Natur wird ein solches Verhalten etwa im Bild der See-Elefanten gezeigt, die mit ihren massigen Leibern jährlich zehntausende von Kilometern zurücklegen. Sie haben diesen Aufwand mit einem mächtigen Bewegungskörper zu betreiben, neben dem aber selbst der Vogelflug eher plump zu wirken scheint. Nur durch die Überwindung ungeheurer Distanzen kann die treibende Lebensenergie dieser Tiere entsprechend abgedeckt werden. Die diffusen Umtriebe, die im Hirnwasser der Menschen für Wellen und Ringe sorgen, sind genauso massiv. Das heisst: Diese Gestirns-Verbindung weist auf Gefühlsintension bei gleichzeitigen >Sprachstörungen< hin. Jene müssen zwar nicht authentischer Art sein, sondern zeigen Schwachstellen der verbalen Hemisphäre auf und beziehen sich auf das eigene Unvermögen im kommunikativen Austausch. Nun geht hier auch der Mensch buchstäblich sehr weit, um sich seine Lebensenergien abdecken zu lassen und die eigene Leere erklärt zu erhalten. Ausgedehnte Reisen in ferne Länder und das Übernehmen unbekannter Inhalte zu "Studienzwecken" gehören dann als Ersatz dazu. Erst wo eine gegenseitige Verschmelzung (Konjunktion) stattfindet, erspart man sich die Reisekosten und "sinniert direkt im anderen nach". Dies braucht sich auf die eigene Selbsterkenntnis jedoch nicht automatisch schon förderlich auszuwirken. Viel eher bedient sich der Mensch seiner spirituellen Macht jetzt dadurch, dass er mittels des uranisch betonten Intellekts die Natur und die Bewegungen ihres Kreislaufs nach eigenem Entwurf denkerisch (genetisch) umzugestalten versucht. In Merkur/Sonne verbinden sich dann "Genesis" und "Genetik" über ein hermetisch abgeschlossenes Denk-, Sprach-, und Vermittlungs-System, das sich selber in ein kompliziertes und vielschichtiges Beziehungsmuster gesetzt hat. Dessen innere Zusammensetzung kann in den weiteren Verbindungen genauer erklärt werden.

> EIN KOPFSTÜCK <
 
Die Sphären weinen saure Tränen!
Schon bricht der schauerlichste Zorn herab.
Der Mensch erhebt die Hand, die Götter gähnen,
Doch s' ist Vernuft, die uns dies Chaos gab!
 
Und wer möchte sie letztlich vermissen,
Die kleinen Unwahrheiten am Tage?
Flugs aus dem Zusammenhang gerissen,
Wird jede Antwort wieder Ursprung, wird zur Frage.
Dies aber kann dem Dialog nicht schaden,
Weil, Wahrheit kann jetzt Irrtum überragen.
Denn, um das Missverständnis aufzudecken,
Zwingt sie die Weisheit jetzt
ihr Urteil zu vollstrecken.
 
Und Logik und Bewusstsein ists,
Womit die Angst den Menschen quält.
Sie zeigt ihm wenig, bringt ihm das Nichts,
Wo dann der Punkt im Kreise fehlt.
Sie macht ihn stumm auf alle Arten,
Er denkt - und wähnt sich frei!
Am End legt er sich doch die Karten,
Um zu erfahren,
Wie frei er denn nun wirklich sei?
 
Er will zum Norpol und zum Südpol,
Um bei sich selbst nicht anzukommen.
Er schreibt sich vor:.Es sei ihm sauwohl!
Boxt sich den Ring frei und stemmt Tonnen.
 
Er stürzt von Bergen, aus der Luft
Und noch viel Gewichtigeres als dies,
Er sieht zwar, dass er Kraft verpufft,
Doch er schafft draus - sein goldenes Vlies.

Sonne in Steinbock in Quadrat mit Neptun in Waage
> EIN ABLASSBRIEF DER SÜNDEN <
 
Grosse Faszination kann hier vorhanden sein, die auf einer vital zu lebenden Ebene aber auch Träume in Traumas verwandeln kann! Unter anderem besteht hier die Möglichkeit, dass der Mann dich (als Frau) von einem anderen Mann wegzubringen hat, was sich auch schon als fataler Irrtum in Form eines Danaergeschenks erwiesen hat. Trost, trösten und manchmal nicht ganz bei Trost sein, gehören zur rein menschlichen Ausstattung dieser Verbindung. Manchmal kommt man sich auf die Weise näher, die einen letztlich selber verblüfft, da man sich anfänglich ja eigentlich nur den Beichtstuhl ersparen oder ersetzen lassen wollte.
 
Immer gilt hier also auch ein gewisser Vorbehalt dem magischen Austausch gegenüber, denn schon Zeus sah das Feuer nicht gerne in menschlichen Händen. Unter Sonne (Feuer) und Neptuns göttlichem Schwingen versucht nämlich der Mensch, "sich der Götter möglichst würdig zu erweisen", wobei er unversehens in eine "Ritual-Stimmung" geraten kann. So will er ein Opfer bringen, wobei dann derjenige, der selbst nichts hat, auf andere angewiesen ist. Diese lassen sich jetzt über ihre Schwächen vom andern fremdbestimmen, sind also meinungslose Nachläufer, fragile Porzellanpuppen, begeisterte Fans, aber ebenso sind es Menschen, die das Gefühl ihres Auserwähltseins von Gott, mit der Opferrolle (unterm Menschen) verwechseln.
 
Falls ihr aber beide frei von bindenden Verpflichtungen anderen gegenüber seid, kann sich auf einer reiferen Ebene eine Art Erlösungsmanöver abspielen, das dich als Frau zu einer vertiefteren Bindung mit dem Wirklichen hinführen soll. Doch ist diese Verbindung beispielsweise gerade für eine Therapie, die irgendwohin führen soll, keine ideale Grundlage. Denn wir werden sicherlich kaum in der Lage sein, bei diesem Übergewicht von rationalem Ziel und irrationaler Vorstellung, von unserer menschlichen Warte aus dann eine geradezu "göttliche" Verantwortung für den anderen zu übernehmen. Es sei denn, ihr heiratet jetzt, womit dann diese Ehe im Himmel geschlossen wurde und Traum und Verantwortung sich gegenseitig die Hände reichen können.
 
DAS OPFER-RITUAL
 
Wehe Dir! wenn du einem "Ritzen-Fritzen"
das Tor deiner Seele öffnest, - er fällt dir mit
seiner ganzen Brunst ins Haus!
 
Nur unter sehr guten Vorzeichen (siehe weitere Konstellationen) wirst du als Mann bereit sein, die innere Fülle, die aus dieser Zusammengestirnung spricht, ohne Ausweichmanöver anzunehmen und deiner Partnerin Förderung auf allen nicht-intellektuellen Ebenen zukommen lassen. Neptun bezieht sich hier auf den fliessenden Ausdruck der Frau und damit auf die Möglichkeit, ihren inneren Bildern in künstlerischer Gestaltung eine Form zu verleihen. Als Mann spürst du, wie dein Tageswille in Kontakt mit der weiblichen Seele tritt, das heisst, auf der Realitätsebene übernimmst du das Steuer und stellst dich damit in eine gewisse Verantwortung. Ihre Bindung an deine "helle Seite" (Sonne) ist arglos und vertrauensvoll, so dass es deinerseits nicht zu Absichten kommen darf, die auf persönliche Machtgelüste ausgerichtet sind (Guru-Rollenspiel). Denn das, was du damit erreichen könntest, würde dich zuletzt umgekehrt genauso wieder treffen.
 
Im Hintergrund dieser Konstellation werden auch stets alte Lösungsmodelle entwirrt und letztlich endgültig aufgehoben, denn die Zusammengestirnung von Sonne und Neptun wird euch beide auf einer neuen Ebene mit den tieferen Bindungsmustern bekannt machen. Diese Bindungen brauchen sich nicht automatisch auf die Beziehung allein zu erstrecken. Denn es geht hier nicht nur um die Verfeinerung und Nuancierung eurer Verbindung zur Aussenwelt, sondern vielmehr darum, dass der Neptun-Einfluss euch nun die Brücke zum Wirklichen herstellen kann. Wenn keine anderen Aspekte dagegen sprechen, kann diese Konstellation ein gegenseitiges Vestehen und eine Verständigung anzeigen, die keiner Worte mehr bedarf. Im männlichen Teil sehen wir für die weibliche Partnerin dann den "Mann ihrer Träume" symbolisiert, und - falls ihr beide die Realitäten des Alltags nicht aus den Augen verliert - kann sich dies zumindest bis zu einem gewissen Grad auch durchaus bewahrheiten.
 
Dennoch stellt sich der Frau unter dieser Neptun-Verbindung doch auch die Frage: Was geht in dir zu einem Zeitpunkt vor, wo du aufgrund deiner Energien einen Mann anziehst, der dir deine neptunischen Schwingungen entweder abzudecken hat, oder aber zur Auslösung bringen soll? (Der vorliegenden Gestirnsverbindung sollte bei Wert-Genauigkeit in der Progression bis hinunter zu den Kleinst-Aspekten (22.30º) Beachtung geschenkt werden!)

> DAS IRRLICHT VORM STOSS-GEBET <
ODER
....DER BETTELNDE OPFERSTOCK
 
So ein Gefühl war zwar da -
Nur, der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.
 
Es war Abend im April,
Und man sass unter Bäumen;
Und auf einmal griff er nach
Ihrer Hand.
Er sagte nichts. Und sie blieb still,
Wollte nur ein wenig träumen,
Wie man so träumt,
Von einem weit entfernten Land.
 
Noch so ein Gefühl kam dazu,
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.
Sie sagte nichts. Er sagte: Du?
(Doch ihr Kopf blieb dabei!)
Und sie glaubte, sie höre ihn bitten.
 
Das war der Anfang vom Ende,
Und das lag zwischen drin:
Eine Nacht und zwei Hände.
Vielzuviel! - doch zu gering.
 
So ein Gefühl war zwar da -
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das nicht mehr bestritten.
Man kam sich irgendwie nah,
Es musste irgendwie sein;
Und sie glaubte, sie höre bloss Bitten!

Merkur in Steinbock in Quadrat mit Neptun in Waage
> DAS MITGEFÜHL FÜR DIE LEERE <
 
Alles, was Wissen schafft, basiert auf unserem Mitgefühl für die Leere. Und da die Grösse unseres Mitgefühls beinahe unendlich ist, gibt es die Leere auch schon fast nicht mehr. Obschon sie dies doch eigentlich nicht verdient hat, denn wir verdanken ihr viel, nein, alles verdanken wir ihr! Und wir sollten die Leere daher noch ein wenig leben lassen. Denn in unserem Fleiss, mit dem wir sie ausfüllen möchten, zeigt sie uns beispielsweise unsere Furcht vor der Nacktheit auf, die wir - im Gewand der nackten Angst - der Leere selber jetzt überstreifen möchten. Aber das lässt sie sich nicht gefallen, sie taumelt umher, und wir können Neptun rufen oder Merkur, sie taumelt noch mehr; doch hinter unseren Entwürfen, die ihr allesamt schleierhaft sind, bleibt sie unverbiegbar, unausfüllbar, unbeugsam und gewaltig, die grosse Leere, ewig und unabänderlich leer.
UND ERSTENS KOMMT ES ANDERS
UND ZWEITENS .....ALS DU DENKST

 
Unser Verstand hat nämlich Angst vor dem Verstehen, denn das wirkliche Verständnis bewegt sich wie ein Kleber, der nicht haftet, im Nichts. Die intellektuelle Begrifflichkeit hingegen verhält sich wie eine Lauge, die uns die Realitäten von der Wirklichkeit abschwitzt, auf denen wir uns selber vom Ganzen wegschälen.
Getrennt vom Ganzen suchen wir dann das Leben, bewegtes Verstehen, das an die Bewusstheit ankoppelt, an jene numinose Fülle von Nicht-Sagbarem, das schneller ist als Gedanken und Worte, weil es sich geschwinder bewegt, als Winde und Blitz. Das Leben wird niemals so kommen, wie du denkst, und doch wird es niemals anders von dir gehen, als du dir gedacht hast. Das heisst, unser Verstand hat das Denken, aber das Denken hat auch unseren Verstand!
 
Und weil nun beide nicht Leben haben können, ohne dass das Leben beide ebenfalls hat, zwingen sie lieber erst andere in Nichts, bevor sie im Ozean der Gefühle in schwereloser Imagination und leereloser Illumination ihr eigenes Schwindelgefühl durchschauen. Unser "Schwindelgefühl" ist nämlich nicht nur Angst, es ist auch ein Gefühl "für" die Leere. Doch können wir darauf nicht mehr reagieren, wie einst jener Indianer es tat, der, im Auto mitgenommen, plötzlich um einen kurzen Halt bat, um sich für eine halbe Stunde ins Gras legen zu dürfen. Als ihn der Fahrer fragte, wozu er das täte, antworte er: "Ich muss zuerst einmal warten, bis auch meine Seele mitkommt!" Das heisst, Denken und Verstand brauchen Atempausen. Einmal im Monat einen "Schweigetag" einzuführen, böte sich zumindest als Möglichkeit dazu an. (Ich geniesse ihn wöchentlich.)

> AUF DER ANDREA-DORIA <
ODER
....DER UNTERGANG DER WISSENSCHAFT
 
Das Vermittlungsprinzip des Mannes taucht hier in den weiblichen Ozean des Nichts. Das heisst, dein Erkenntnisdurst darf mitansehen, wie das "erkannte Wissen" in den Wellen der Imagination untergeht, und dadurch kannst du endlich deinen Verstand loswerden, ohne dabei aber auf deinen Intellekt verzichten zu müssen. Falls in dir hier also die Erfahrung heranreift, dass man den Verstand erst verlieren muss, um verstehen zu können, ist die höhere Absicht, die in dieser Konstellation liegt, erfüllt. Um den "Untergang des Wissens" jedoch zulassen zu können, ist eine Voraussetzung dazu die, dass du den Vorgang jetzt aus der Warte eines Tauchers betrachtest; denn nur so kann dir die bedrohliche "Untergangsstimmung" zum freiwilligen "Untertauchen" werden, in das du dich selber begibst, um die Dinge jetzt einfach auf einer anderen Ebene der Welt wahrzunehmen. Es ist gleichgültig, um welchen astrologischen Aspekt es sich hier handelt, du wirst es teilweise und zu bestimmten Zeiten können, teilweise und zu anderen Zeiten wird der Verstand Reibung suchen und dazwischen funken; doch wo es dir gelingt, wirst du einen anderen Reichtum erfahren, ohne deine Partnerin deswegen der "Illusion eines Tiefenrausches" bezichtigen zu müssen, vor dem du dich selber am meisten fürchtest.
 
 
Bevor ich weiterfahre, muss ich hier noch schnell ein Loch ausfüllen:
 
Ein wundersames, rundes Loch,
Es ist gar unscheinbar und klein,
Und doch - ist darin mehr enthalten,
Als in allen Paragraphen,
Dort sind auf jeder Stirn die Falten
Bloss noch die höheren Oktaven
Vom weiter unten wichtig sein!
Da unser Denken jedoch vor allem nach spezifischen Erklärungen sucht, die sich als Bündnispartner unserer Logik erweisen sollen, könntest du als Mann hier also auch andersrum verfahren und deinen Intellekt auf geistreiche Art benutzen; du könntest das Übersinnliche des Irrationalen auf rationale Weise wegdiskutieren, um deine Aufgabe dort zu sehen, wo jetzt gleichsam der "Schleier der Isis" gelüftet werden muss. Weil aber der menschliche Geist dies nicht kann, da uns Merkur ja nicht Geheimnisse entschleiert, sondern die Wirklichkeit erklärt, käme es hier zu einem Disziplinarverfahren gegenüber dem eigenen Verstand. Dieser müsste nun nämlich plötzlich darauf bestehen, dass das zu Erklärende selbst sich jetzt gegenüber dem Erklärer klar und deutlich auszudrücken hätte, damit der sich selber auch noch ein bisschen verstehen könnte. Das heisst, die weibliche Imagination, die du verstehen möchtest, müsste sich dann von sich aus zu erkennen geben, damit du verstehen kannst! Und wir hätten damit die sich stets windende Auslegung unseres gerissenen Intellekts vor uns, der von allem, was er nicht versteht, Begrifflichkeit, Eindeutigkeit und sogar unumwundene Klarheit fordert. So wird ihm irgendein Bekenntnis wenigstens noch soweit begreiflich, dass er sich daran halten kann. Daraus darf man schliessen, dass der rein intellektuelle Verstand zwar ständig die anderen diszipliniert, aber er disqualifiziert sich damit auch gleichzeitig selber!
 
> DER EWIGE DENKER <
 
Denkt er, der seine Zeit vergessen kann?
Er denkt. Und fängt sich selber zu vergessen an!
Erkennt das Nichts, das Leerelose.
Begreift das Nichts, das Schwerelose.
Möcht aber hassen oder lieben können,
So wie die Welt sich hasst, und wie sie liebt.
Möcht gern mal lachen oder weinen können,
Der, der im Schaukelstuhl sich wiegt.
Er denkt sich grosse Taten, vergisst dabei zu tun.
Zu seinem Ende schaffend, doch seines Lebtags ruhn.
Ist so wohl jener unbekannte, feuerlose Diamant,
Der sich der Mattheit nie entbannte -
Tränen-Lebens-Dilettant?
 
SINNBILD
 
Es kam auf eine Wurst, die nichts wusste, einst noch der Durst, der nichts
glaubte, da sagte die Wurst, die nichts wusste, dass sie dem Wissen vertraute,
worauf der Durst, der nichts glaubte, sich im Sand eine Wüste
baute.

Mars in Schütze in Trigon mit Pluto in Löwe
> DER KAMPF DER GLADIATOREN <
 
Die Hitze (Mars) muss, um in den Hades zu gelangen, erst den Fluss des eiskalten Hasses durchqueren, den Styx, der heilig und ewig, den Schwüren der Götter gleich, die Unterwelt schützt. Auf ähnliche Weise dürfte die dem Mars zugeordnete (männliche) Durchsetzung von seiner eigenen Triebhaftigkeit nicht schockiert sein, vor seinem inneren Wollen nicht erschauern und vor keinem äusseren Mittel zurückschrecken, wollte er über seine Alltagshandlungen in die untersten Regionen der psychischen Geographie der Frau vorstossen. Soviel Gefühlskälte aber setzte bloss äusserste Rücksichtslosigkeit, emotionale Teilnahmslosigkeit, Erstarrung und Betäubung voraus, und damit wären alle seine Reaktionen auf Eis gelegt. Er bliebe allein damit!
 
Die Anstrengungen von dir als Mann werden hier einen kreativen Ansatz haben, denn in ihnen spiegelt sich dein Drang, die Kälte zu wärmen und das Eis zum Schmelzen zu bringen. Doch wenn es dir "nur" darum ginge, über deine Änderungsvorschläge und Belehrungen in der Tagwelt eine trennende Distanz zwischen euch zu überbrücken, zeugte dies auch von deiner Unfähigkeit, dem Eis auf der Ebene des Eises zu begegnen. Denn die tief in den Nächten schlummernde Seele kann über die Absicht der Belehrung allein noch nicht in ihrem innersten Wesen erreicht werden. So magst du zu deiner Partnerin von Transformation und all dem sprechen, was sie ändern sollte; die Realität aber ist die, dass ihr beide es seid, denen von der Wurzel her eine Entwicklung bevorsteht, wenn ihr das Wagnis dieser Beziehung auf euch nehmen wollt. Eine Verweigerung gegenüber dieser Entwicklung gibt es nicht, falls ihr zusammenbleibt, denn innere Spannungen sorgen hier für expansive Schübe auf energetischer Ebene, die allerhöchste Anforderungen an euch stellen. Dabei kann die Sexualität für eine bestimmte Zeit als Schiene dienen, über die selbst intensivste Spannungen durch Reibung in einen geeigneten Kanal gelenkt werden können.
Die folgende Modellbeschreibung bezieht sich nicht spezifisch auf eure Winkelverbindung, sondern es wird hier erst einmal in Kürze der Hintergrund einer "gespannten" Mars/Pluto- Konstellation skizziert:

> DIE KELLERFOLTER IM WEINGEIST <
 
Es gibt wohl keine unmoralischere Geste, als zu seinem Mars - nämlich zu seinen Trieben - nicht zu stehen; denn je mehr sie der inneren Verdrängung anheimfallen, desto stärker schäumt die Brühe im Keller, und desto lauter verlangt der Besitzer dieses in seinem Keller gärenden Gepansches nach Sauberkeit, Tugendhaftigkeit, Anstand und Wohlverhalten - in anderen! Und wer mit dem Mars seine eigenen Triebe verdrängt, muss sie auf die institutionellen Treibhäuser übertragen, in denen er dann - vom eigenen Weingeist schon ziemlich betäubt - nur allzugerne selber ebenfalls noch ein Wörtchen mitreden möchte. Wir sehen dann fromme Bürger, die nunmehr nebenbei als Weinhändler, Spirituosen-Fabrikanten und Jäger tätig sind, in der Rolle von Richtern und Gesetzesentwerfern einhergehen, unwissend, dass ihre Nähe zum Weingeist, zum Schnapsdeal und zur Jagd, irgend etwas mit ihrem tiefen Verlangen nach Moral zu tun haben könnte. Hat es auch nicht, denn die Nähe dient ja lediglich der Betäubung ihrer Triebe! Doch ist die Betäubung der Triebe natürlich nicht gleichbedeutend mit menschlicher Moral, sondern sie ersetzt diese nur auf eine mehr oder weniger legitime Weise. Diese bewehrte Moral hat also zuweilen einen sehr hohen Preis, den die gelebten Triebe niemals einfordern würden. Denn da sie in der Richterrolle ihre Fürze doch ziemlich oft loswerden können, fallen ihre Urteile - in denen die gärenden Triebe verstaut sind - auch meistens ziemlich milde aus, womit sie sich auch schon wieder selber gefallen, - bloss stinkt dann die Moral geradezu fürchterlich zum Himmel.
 
Wenn Mars zu Pluto kommt, stirbt zwar die Aggression, aber die Triebe gären weiter: Und was dabei zum Vorschein kommt, ist eine Moral, die mit dem natürlichen Anstand - dem Anstand der Natur nämlich - überhaupt nichts mehr am Hute hat. Eine Mars/Pluto-Verbindung zu leben, kann schwierig sein, wobei aber, sie nicht zu leben, für die anderen schwierig wird. Der triebhafte Bodensatz der Mars/Pluto-Komponente pfeffert mit Moral alles an die Wand, was überhaupt noch ein bisschen Leben hat.
 
Und wo immer der männlichen Triebkraft (Mars) die eigene Entwicklung verweigert wird (indem sie sich dem modernen kollektiven Helden-Epos opfert, - siehe weitere Mars-Verbindungen), muss mit der unentwickelten eigenen inneren Weiblichkeit letztlich auch die Entwicklungsverhinderung der Frau in der Aussenwelt einhergehen. Das Weibliche soll dann etwa eine "kollektive Hygiene" erbringen, die vom Männlichen selber nicht geboten werden kann, da ja das Männliche sich wohl kaum über eine unterdrückte Triebwelt zum Ausdruck bringen könnte. Wir haben dann die trunkenen Helden in Auerbachs-Keller vor uns, die - allesamt Richter - sich über das Weibliche richtend, selber richten. Sie pferchen sich ein mit Gesetzen, sie saufen sich toll und voll mit Wein und verspotten vom Stammtisch aus das Weibliche im Teufel (Mephisto), so dass ihnen der Herr der Unterwelt die Gesichter schenkt, die ihnen nur dazu dienen, sich - übermannt von Visionen - zuletzt gegenseitig selber umzubringen. Wo dann solcherart personifiziert von "kleinem Weibszeug" die Rede ist, hat man direkt jenen Knollen vor sich, der auf ein Wachstum hofft, das ihm verweigert wird. Das heisst, das "männliche Licht" wird auf allen Ebenen derart gegen die weibliche Dunkelheit gestellt, dass sich darin nicht mehr jene Zustände offenbaren können, welche immer auch die eigentlichen Geburtsvorgänge ankündigen! Aber die Dunkelheit, aus der alles, aber auch wirklich alles geboren wird, soll nun als die pure Finsternis selber hinhalten. Und die "solaren Visionen" verblendeter Heerführer oder im Lichtnetz verstrickter Politbarone, die mit Blut bezahlt werden müssen, werden auf das Prinzip einer jetzt "alles verschlingenden Erdmutter" übertragen, die dazu noch mit etwas esoterischem Senf überschmiert wird.
 
Und da die "Gebärerin in Lumpen" neben dem schmucken General zu verblassen scheint, ja, da selbst unsere Kinder mitten im Kriegstreiben letztlich nur noch zahlenmässige, statistische, relative Werte darstellen, kann nun der starke Arm - obschon er seiner eigenen Schaufel zu kurz geriet - vom Weiblichen geradezu das Unmögliche verlangen. Es soll wachsen! Es soll wachsen ohne Pflege, ohne Zärtlichkeit, ohne Wärme. Und es wächst! Das heisst, die Wirtschaft bläht sich auf und wird zum Krebsgeschwür, das die Medizin nicht behandeln kann, weil sie ja nach Viren sucht, - und der Einzelne nicht mehr handeln kann, weil er von Viren heimgesucht wird.
 
Die männliche Triebkraft (Mars) verlangt dann über die Frau nach einer kollektiven Hygiene in der Aussenwelt, die im eigenen Innern nicht geboren wird und daher auch niemals geboten werden kann. Und wenigstens in Geboten wird nun versucht, das Gebotene zu ersetzen. Doch der Mars vor Pluto steht ohne Arme da, denn die Triebe gären in den Fässern des Weingeistes, und man kann vom Bauch aus - vom Keller, in dem alles in Fässer unterteilt ist - keinen Vorwurf mehr erheben, weder gegen sich selbst, noch gegenüber dem Kollektiven. So kann irgend etwas - und was es auch sei - nur vom einzelnen Individuum verlangt werden, das sich in den Maschen des marsbetonten, trunkenen Spürsinns verheddert hat. Das Weibliche sucht aber diese Spürsinne! Und also verheddert es sich immer darin.
 
Letztlich muss die Frau das Los ihrer Weiblichkeit als Strafe auffassen und sich in der büssenden Opferrolle geschlagen geben. Ein Beispiel, das sich hier anbietet, ist die Hausmagd Anna Göldi, die von ihrer (ärztlichen) Herrschaft angeklagt und 1887 in Glarus als letzte Hexe hingerichtet worden ist, weil ihr krankes Kind vom Bauch aus Nadeln (Guffen) erbrochen habe.
Dem Beispiel eines kollektiven Mars/Pluto-Musters begegnen wir im Rahmen der Psychiatrie der Neuzeit, von der über die Schriften eines verspannten Psychiaters etwa die sinnentleerte, isolierende Buchstabenreihe "Schizophrenie" zwischen die Welten geworfen wurde; eine Worthülse aus der Feder eines sogenannten "Schilderers", der damals gleichzeitig selber vehement nach "Rassenhygiene" schrie. Der Zweck dabei ist der, dass der Mensch mit dieser "Diagnose" von innen her immunisiert (Pluto) und auf seiner Triebebene (Mars) als nicht mehr "identifizierbar" ausgegrenzt wird. Er bleibt allein damit, weil ihm - anders als jeder anderen Randgruppe - absolut keine menschlichen Vergleiche mehr offen stehen, da sich ja jede "Schizophrenie" wieder unter völlig anderen Vorzeichen abspielen soll, was auf spiritueller Entwicklungsebene seinem Todesurteil gleichkommt. Mit Buchstabenreihen wird hier Lynch-Justiz betrieben, werden betroffene Menschen oder deren Angehörige in den Selbstmord getrieben. Denn nun wird dem Menschen jene Geburt in der Aussenwelt verwehrt, die man in der eigenen Innenwelt nicht vollziehen kann, und das heisst, das eigene Totsein wird mit dem Totmachen anderer ins eigene Weltbild projiziert, und damit wird die Umwelt für die Toten wieder erlebbar gemacht.
Wenn wir das Medium unserer Marskräfte den äusseren Aggressionsanstalten übergeben haben, steigen uns die Triebe selber in unseren Kopf, denn am Ursprung dieser Übermannung treffen wir nicht mehr den handelnden Täter an, sondern Menschen, die über andere richten.

> DIE LYNCH-JUSTIZ <
 
Die Filme von David Lynch ("Blue Velvet") erzählen fast ausnahmslos von Mars/Pluto- Verbindungen, sowohl in den Handlungen der Paare im Film selber, wie auch im Rahmen der Themen, die er in seinen Werken angeht. Er schildert finstere Labyrinthe aus Vorstadtträumen und Horrorvision: Platzende Schädel, gebrochene Herzen, amoklaufende Perverse. Mit seinen Bildern startete er vor einigen Jahren eine Generaloffensive gegen den guten Geschmack. Seine einfache Standardantwort: Um das Schöne und Helle zu zeigen, muss man auch die dunklen Seiten des Lebens beleuchten.
 
> ÖFFNE DIE TÜR! <
 
Sie haben ihm durch die Brust geschossen,
Und man weiss, was das bedeutet!
Er hatte von fremdem Gut genossen,
Hat an der falschen Tür geläutet.
 
Er ging herum an manchen Tagen
Und unterliess, ihn umzudreh'n,
Den Kopf, den trug er tief im Kragen,
So sah man ihn vor Türen steh'n.
 
Er hat nie angeklopft dabei,
Er trat nur ein - und war halt da;
Er war, weiss Gott, ein rechtes Schwein.
Und man weiss, wie ihm geschah.
 
Er hat auch Witwen, hat auch Dirnen,
Bloss Damen hat er nie bemannt.
Für ihn gab's Quitten oder Birnen,
Den Unterschied hat er gekannt.
 
Und wie dann zum letzten mal geschah,
Da hat er an der falschen Tür geläutet.
Und keiner stand ihm bei, denn niemand stand ihm nah.
Ach, man weiss, was das bedeutet!
 
SINNSPRUCH
 
Der Richter, den man >Im Namen des Volkes< nennt,
Steht vor dem Volk, das seinen eigenen Namen nicht kennt.

Saturn in Zwillinge in Trigon mit Neptun in Waage
> HIMMEL UND ERDE <
ODER
.....EINE UNERWARTETE URAUFFÜHRUNG
 
Man kann aufgrund der Aspekte allein nicht einfach sagen, ob eine Beziehung funktioniert oder nicht (siehe auch Häuser-Zeichentausch), doch wenn etwas funktioniert, sagen einige Aspekte Genaueres aus über das Motto, das während der einzelnen Akte zur Sprache kommen soll; oder, wem es so besser gefällt, wird unter den Gestirnen bestimmt, welche planetare Regie die einzelnen Themenbereiche im Theater zugewiesen erhalten. Wenn der "Himmel" eine Form erhält - und dies ist es, was die vorliegende Verbindung verheisst -, dann haben wir einst alle Herrlichkeit auf Erden zu erwarten. Je weniger er diese Form aber erhält, desto sicherer müssen wir die Herrlichkeit der Erde unseren Vorstellungen vom Himmel opfern. Wenn daher Saturn und Neptun aufeinander geraten, ist auch schon einmal das Stück selber - das ja immer irgendwo zwischen Gedeihen und Verderben spielt - in Frage gestellt, es ist nicht sicher, ob es überhaupt zur Aufführung gelangt; es ist ein monumentales Stück, aber es bleibt völlig offen, ob es auch nur wenigstens die Premiere erlebt, und ob jene Vorbereitungen, die wir einst selber getroffen haben, jetzt noch zum Tragen kommen. Sicher ist nur, dass eine Sprosse an der Himmelsleiter mit Sicherheit fehlen wird, denn Saturn ist in der Regel auf Neptun nicht vorbereitet, da wir seine Energie zu ganz anderem benutzt haben!
 
Sah alle Herrlichkeit auf Erden,
Sah Heil und Segen, Bann und Fluch,
Sah Götter siegen, Helden sterben,
Und sah - weiss Gott - dies Fahnentuch!

> MENSCH MEIER! <
ODER
.....DER PROPHET IM UNTERHEMD
 
Wo aber Neptun tatsächlich auftaucht, gleicht der Mann einem Propheten, der mit dem Verstand nach Gott greifen möchte. Das Ewige soll dann sozusagen im Mantel der Zeit erwärmt werden. Doch selbst wenn der Mann dabei leer ausgeht - weil der Mantel, den er dazu mitgebracht hat, doch etwas zu klein geraten ist -, befindet er sich selber wenigstens schon auf einer Ebene, wo er zumindest ahnt, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als seine Schulweisheit sich träumen kann. Die Möglichkeit besteht hier nämlich auch, dass er - da das Ewige sich nicht vor seinen Augen in feste Formen pressen lässt - selbst am Guten dieser Welt zu zweifeln beginnt, weil er sich die Überforderung einfach nicht eingestehen mag; er steht vor ihr, allein mit den Lehren der Väter gerüstet, die ihm weder helfen können, wo er sich auf sie beruft, noch würde er sie wirklich loswerden, wo er sie aufzugeben bereit wäre. Zuletzt steht er vor ihr und sagt nur noch: "Mensch!"; - er muss, denn ihm fällt zum Göttlichen nichts mehr ein.
Und es fällt ihm eigentlich überhaupt nichts mehr ein, er buchstabiert es deshalb: "Mensch!", und er sagt laut vor sich hin, was er sieht, um sich wenigstens einer Sache noch einmal ganz sicher zu sein. Und er will nicht mehr denken, - denn sowie er denkt, fällt ihm dabei nichts mehr ein, nichts ausser: "Mensch!" Er hat Angst, dass er dieses Wort noch vergessen könnte, das er doch immer bei sich behalten wollte:
 
Ist dies der Mensch !?
Da lachte ich mir Kurzgeschichten an,
Gab Leuten, die am Sonntag geben,
Ein bisschen Schlamm von meinem Schlamm,
Damit sie auch die Woche davon leben!
Gab immerhin, gab immerzu,
Und hab' nur ein paar wenige gesehen,
Die nicht schon für ein kräftig tiefes: "Muuhhh!"
Sich selbst den Kopf - oder was es ist - verdrehen.
 
Hinunter und hinab sind wir gezogen:
Ich half beharrlich und habe Brücken aufgestellt,
Hab' erst mich selbst und so die Welt belogen,
Ich tat so wenig nicht, für wenig Geld.
 
Wir sind dann auch landauf gefahren,
Und ich hab' mich um die Redlichen bemüht,
Und wenn sie auch weitaus die Besten waren -
Es hat mir doch mein Innerstes betrübt:
Ich kam und stand mit einer Gruppe unterm Tor,
Und ging und schwieg -
Und kam mir wie ein Schwätzer vor!
Ja, man versteht nicht leicht,
Was einem noch nicht zustehen kann,
Und wenn man es dann doch erreicht,
Ist man schon längst woanders dran.
Sie hat geträumt, er hat geträumt, beide haben sie voneinander geträumt. Und nun wissen sie nicht mehr, wie sie aus dem Traum erwachen sollen. Also beginnt Saturn möglichst laut und deutlich zu buchstabieren: "Mensch!" - Mensch-Meier!
Zuletzt sagt er selbst zum Baum laut und deutlich: "Baum", damit der ja nicht auf Ideen kommt, - ihm etwa auch noch irgendwohin zu folgen! Und so ähnlich buchstabiert er sie sich auch wieder vom Leib, oder aus dem Herzen, oder aus dem Kopf. Saturn muss jetzt für das Aufwachen aus den Träumen sorgen, ob sie dabei aber tatsächlich auch erwachen, steht auf einem andern Blatt. Um sich dort Eintritt zu verschaffen und eingelassen zu werden, wo er gegen Pelzmäntel predigen möchte - das weiss er -, müsste er selber zuerst einen Pelzmantel haben, - und ihn wenigstens bis dorthin dann auch noch tragen wollen.
 
Da Saturn im Alltag damit beschäftigt ist, die alten Mahnungen der Mondin in weltliche Formen zu giessen, und da Neptun wiederum zu "allen Zeiten" Zutritt hat, verbinden sich hier auch eure alten Erinnerungen mit inneren Ahnungen und Zukunftssehnen. Das heisst, unter dieser Konstellation kann das Gähnen dann auch durchaus ein Zeichen des Erwachens sein.
 
Wir gehen unter in den Jahreszeiten,
Wir tauchen auf in Tag und Nacht,
Ein Blatt wird diesen Wind begleiten,
Ein anderes endet dort im Schacht.
 
Wir sitzen da, und hören Laute,
Das Schicksal flüstert sie uns zu,
Wir spüren es, das uns Vertraute,
Und denken: Ach, was flüstert du?
 
Und einmal sind wir dann allein,
Und wollten alles gar nicht so,
Nur der Erinnerungen Schein war,
Was uns mehr und mehr entfloh.
 
> DER HIMMEL KENNT SEINE GÜNSTLINGE <
 
Hinzu kommt, dass die beiden Partner selbst, im eigenen Horoskop ebenfalls noch eine ähnliche Konstellation (Saturn/Neptun) haben könnten, womit dann das Dilemma perfekt wäre. Und sie haben beide tatsächlich eine ähnliche Konstellation bei sich selber! Und darum ist die Hölle immer perfekt und nur der Himmel - der Bereich, wo nicht immer alles zu stimmen braucht - ist noch ein wenig vollkommen. Es kommt also auch noch hinzu, dass man sich unter dieser Verbindung jetzt ernsthaft fragen muss, ob es unter Saturn einen solchen Bereich überhaupt geben darf, ein Örtchen, wo nicht immer alles stimmen muss? Da dies kaum wirklich der Fall sein dürfte, treffen einerseits zwar "nur" zwei Menschen aufeinander, doch finden sich dabei auch gleichzeitig Himmel und Hölle. In ihrem Zusammenschluss haben wir dann die Welt vor uns, die zum Menschen gehört.
 
Natürlich manifestiert Neptun für uns nicht den wirklichen Himmel, sondern er symbolisiert eine Vorstellung unserer eigenen Zuckerwatte davon. Und auch in Saturn haben wir nicht mehr die plutonische "Höhle" vor uns, in die sich die Tiere zurückziehen, wenn es ernst wird mit dem "Sterben und Werden"; er zeigt uns unsere wirkliche Hölle, nämlich die Art und Weise, wie wir selber mit der Erde umspringen, als deren Verwalter wir uns eingesetzt haben. In den beiden Elementen paart sich dann die himmlische Zuckerwatte mit dem Erdkönig, der sich ein Reich untertan gemacht hat, das inzwischen vor Unterwürfigkeit strotzt, und das sich durch Komfort, Gründlichkeit und Perfektion auszeichnet. Wenn wir dies richtig verstanden haben, dann kannst du als Frau deine Zuckerwatte jetzt keinesfalls aufgeben, und als Mann magst du womöglich alles, bloss keine Süssigkeiten!
 
Mitunter könnten sich einem also schon die Haare sträuben, wenn man sich jetzt vorzustellen hat, dass diese beiden zusammenkommen sollen, und zwar einfach, weil es das Schicksal so gewollt hat. Da wir aber am Schicksal nicht zweifeln wollen, merken wir nun auch, dass die Astrologie stimmt, dass die Sterne nicht lügen können, und dass die Natur recht behält, unendlich viel mehr recht, als wir manchmal auch nur im Entferntesten zu ahnen bereit sind. Denn die beiden haben ja nicht nur diesen einen Aspekt zueinander, sondern, weil sie noch andere Verbindungen haben, zeigt sich jetzt, dass sie "Überirdische" sind (Venus/Jupiter), die sich bloss wie "Unterirdische" (Merkur/Pluto) verhalten, oder umgekehrt.

> MIT HAUT UND HAAREN <
 
Dadurch beginnt dann ein schmaler Leidensweg, der auf die höchsten Höhen in die Nähe des Göttlichen führen kann; auch ist die Fahrt in entgegengesetzter Richtung - sozusagen auf breitem Pfad in einer Limousine - nicht auszuschliessen, was uns von Idolen, die am Ende mit Haut und Haaren in ganze Generationen übergehen, immer wieder aufgezeigt wird. Das Problem dieses Themenbereichs stellt sich für Neptun so dar, dass zwischen dem Göttlichen und den Götzen auf spiritueller Ebene nicht mehr unterschieden werden kann; für Saturn darf zwischen geheiligter Erdverwaltung und heilloser Erdlöchergestaltung auf materieller Ebene nicht mehr unterschieden werden. Unter Saturn und Neptun könnte man also meinen, wir müssten hier auf verschiedenen Ebenen mit denselben Problemen ringen, wobei jedoch tatsächlich die verschiedenen Ebenen gerade das Problem sind, zu dem wir uns durchgerungen haben. Denn, - die Erde wirklich zu hüten, ist jener Gottesdienst, durch den wir unsere Sorge um Gott und Götzen sofort loswerden würden, da wir ja - uns selbst und unsere Welt - erst dadurch überhaupt wieder erkennen können wollten!
 
> DIE GRENZGÄNGER DER LIEBE <
 
Dadurch avanciert dann Saturn/Neptun zum grandiosen Aspekt, der einem das Drehbuch der "Unglücklichen Liebe" in die Hand drückt, und wenn nicht, dann geht man jetzt hin und schreibt es gleich selber! Doch schon im Titel wäre davon die Rede, dass es >Liebe< und >Unglücklichsein< gemeinsam nicht geben kann! So ist es wahrlich! Denn er, ein Sonderling, geht seiner Alkoholsucht wegen in eine psychiatrische Klinik und trifft dort sie, die heilige Krankenschwester, in die er sich vom Stand heraus verliebt, - nein, die er immer schon geliebt hat; was ihm aber erst jetzt so richtig bewusst wird, da er ihr doch niemals zuvor begegnet ist! Darob wird er buchstäblich verrückt, und er passt jetzt in die Irrenanstalt, er passt nun dort auch hin, wo er ist; er wird ihr zuliebe verrückt, und er wird es nur, um bei ihr bleiben zu können. Eine wunderbare Geschichte, ein grosser Roman, ein rührender, zu Recht preisgekrönter Film.
 
> DER STEPPENWOLF <
 
Tatsächlich besteht zumindest die Hälfte der menschlichen Gebärden aus einer recht "coolen" Haltung - und bei wohl mehr als der Hälfte erschöpft sich auch der andere Teil noch darin. Wir mögen unsere Eiswürfelträume, die aufputschenden Cola-Feten, die berserkerverquälten Metallklänge und die stets säbelrasselnde Geste. Aber das ist noch nicht der Kern, sondern nur eine harmlose Folge der Ursache einer nicht-mehr-coolen Vernunft, die keinen Krieg kennt, der nicht vernünftig zu legitimieren wäre, kein Geschäft, das sich nicht sinnvoll begründen liesse. Und daran wächst wahrscheinlich auch der andere Teil heran, der weniger cool ist und weniger vernünftig, dem wir unter Saturn und Neptun begegnen: Er lacht und weint und kann sich niemals fassen, weil er ständig selber erfasst wird. Dies etwa zeigt diese Planetenverbindung auf: Ein Überbleibsel von Menschlichkeit, das jenen gehört, die es gewohnt sind, übrig zu bleiben, den gesellschaftlich Geächteten, den Versagern, Out-Sidern, Sitzengebliebenen, Übriggebliebenen und Ausgestossenen - ihnen gehört das Menschsein, oder besser, sie gehören der Menschlichkeit, die andern gehören der Vernunft. Die Vernunft wird sich dabei wundern und fragen, wodurch wohl Verrücktheit und Ausgestossensein erstrebenswert sein könnten, - aber darum geht es gar nicht, denn auf dieser Ebene sind die Fragen einfach - die Antworten nicht. Der Mensch kann nämlich gar nicht vernünftig sein, nicht einen einzigen Moment lang, denn er sitzt in seinem Speisewagen voller Bilder und fährt zu einer Krippe voll Licht; - und die Vernunft, die in keinem Augenblick weiss, was er wirklich tut, beruft sich währenddem auf sich selber. Herbert Marcuse hat dieses Thema mit dem folgenden Satz zusammengefasst: "Es ist von solchem Ernst die Welt beschaffen, dass nur ein Gott vermag ein Mensch zu sein."
> DIE WÜSTE LEBT TATSÄCHLICH! <
 
In der Wüste begegnete Moses Chidr, dem "ersten Engel Gottes", der ihm voraussagt, dass er seine Taten nicht ohne Empörung werde mit ansehen können, und er warnt Moses, dass sie sich in diesem Fall trennen müssten. Als sie zusammen weiter wandern, vollbringt Chidr die sonderbarsten Taten. Er versenkt etwa die Boote armer Fischer, erschlägt vor den Augen Moses' völlig grundlos einen hübschen Jüngling und bringt ebenso "sinnlos" eine wehrhafte Stadtmauer zum Einfallen.
 
Da sich Moses immer wieder empört und nach moralischen Rechtfertigungen sucht, muss ihn Chidr verlassen, doch bevor er weg geht, erklärt er noch den wahren Sachverhalt: die Boote der Fischer blieben durch seine Tat vor einigen im Anzug befindlichen Räubern verschont, später konnten sie von den Fischern wieder gehoben werden; der hübsche Jüngling befand sich auf dem Weg zu seinen Eltern, die er zu ermorden gedachte, so wurde seine Seele durch Chidr's Tat gerettet; und durch den Einsturz der Stadtmauer wurde ein verborgener Schatz zweier frommer junger Leute ans Tageslicht befördert.
 
Moses sah nun - zu spät - ein, dass seine Wertungen nicht stimmten, und dass auch sein moralisches Urteil übereilt gewesen war. In dieser Geschichte zeigt sich das Bild einer Analogie des gesetzestreuen, moralisch agitierenden Saturns, der die geheimnisvollen, verschlungenen Pfade des Göttlichen (Neptun) nicht wirklich verstehen kann, so sehr er sie auch auf Anhieb begreifen möchte.
 
> HOSIANNA IN DER HÖHE! <
 
Im Hintergrund dieser Verbindung zeigt sich das Bild eines Mannes auf einer Eselin reitend, welches das uralte Symbol des Krebses darstellt, der dem Saturn im Steinbock gegenübersteht, und in welches von Philosophen und Astrologen schon viel hineingeheimnisst worden ist. Der Krebs symbolisiert durch die Mondin das Volk, während Saturn im Steinbock die Höhe symbolisiert. Als einst "Jesus von Nazareth" auf einem Esel in Jerusalem einzog, sollen die Menschen gesungen haben: "Hosianna in der Höhe!", was bedeutet, dass die lunare Mahnung der Mondin ihren Höhepunkt erreicht hatte. Das Volk wollte Befreiung, mehr noch, es verlangte nach Erlösung; denn der "Mann auf dem Esel" erhöhte die Mondin (das Volk) durch die Mahnung, womit die steinernen Gesetzestafeln (Saturn), die Moses einst ebenfalls auf einem Berg (Sinai) erhalten hatte, Fleisch und Blut werden sollten.

DER ALTE MENSCH UND DAS MEER
 
Im windgepeitschten Regen,
Wo ihn der Donner fand,
Sass auf verruchten Stegen,
Im gelben Küstensand,
Im Lodern wunder Schmerzen Quellen,
Mein Leib, umspült von Wellen.
 
Ein Weinen, Schäumen, sprühende Gischt!
Der Strand, ein aufgedunsnes Schwellen;
Zerrissen, leuchtend Feuer zischt,
Wo Blitz und Donner sich gesellen!
Hinter mir die Felsenklippen,
Im Nebel Schwefeldunst und Rauch.
Gequält entrang sich meinen Lippen,
Ein Wort, ein Leben, nur ein Hauch!
 
So harrte ich der Abendröte,
Dem purpurn Lichtschein, dass ich treffe
Und Furcht, Unwissenheiten töte,
Mein Schrei sich mit dem Donner messe.
Der Sturm entriss mir meine Worte,
Trug sie ins Tosen der Gewalten;
Mein zornentflammter Blick nur
Bohrte, um Elemente aufzuhalten!

..... Text hat etwa 40 - 60 Seiten (A4), das wäre als Beispiel zuviel....

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© Copyright 2000 by Edgar Valentin Flückiger (Text) und Marco Widmer ASTRO-TAROT