Zitat aus der Presse über diese Texte:"Die Deutungen provozieren, denn sie zeigen auch unangeneme Seiten einer Persönlichkeit auf. Schattenarbeit wird gross geschrieben....Sensible Naturen können davon erschreckt werden, aber was bietet mehr Entwicklungsmöglichkeiten als der Blick in einen manchmal recht dunklen Spiegel und ein wohlwollendes Erkennen seiner selbst?"

.....Diese Partnerschaftsanalyse hat etwa 40 - 70 Seiten Text (A4), hier nur ein Auszug....

Combin-Horoskop (Partnerschaft)
von Jimi Hendrix und Janis Joplin


Geburtsdatum 24.12.1942 Geburtszeit 00:30 GMT Sternzeit 23:24
Länge 108º 05'W Breite 38º 48'N

Planetenpositionen
Sonne 1º 33' 46" Steinbock
Mond 16º 39' 39" Krebs
Merkur 14º 20' 39" Steinbock
Venus 10º 39' 42" Steinbock
Mars 5º 50' 20" Schütze
Jupiter 22º 33' 42" Krebs R
Saturn 7º 17' 56" Zwillinge R
Uranus 1º 26' 16" Zwillinge R
Neptun 2º 01' 43" Waage
Pluto 6º 49' 26" Löwe R
Mondknoten 27º 56' 09" Löwe R
Chiron 29º 16' 18" Löwe R
Lilith 13º 12' 31" Krebs


Häuser nach Placidus
AC 10º 08' 55" Krebs
Haus 2 0º 14' 33" Löwe
Haus 3 22º 31' 32" Löwe
Haus 4 20º 13' 47" Jungfrau
Haus 5 25º 34' 54" Waage
Haus 6 5º 02' 44" Schütze
Haus 7 10º 08' 55" Steinbock
Haus 8 0º 14' 33" Wassermann
Haus 9 22º 31' 32" Wassermann
MC 20º 13' 47" Fische
Haus 11 25º 34' 54" Widder
Haus 12 5º 02' 44" Zwillinge

Sonne in Steinbock in Quadrat mit Neptun in Waage
EIN ABLASSBRIEF DER SÜNDEN

Grosse Faszination kann hier vorhanden sein, die auf einer vital zu lebenden Ebene aber auch Träume in Traumas verwandeln kann! Unter anderem besteht hier die Möglichkeit, dass der Mann dich (als Frau) von einem anderen Mann wegzubringen hat, was sich auch schon als fataler Irrtum in Form eines Danaergeschenks erwiesen hat. Trost, trösten und manchmal nicht ganz bei Trost sein, gehören zur rein menschlichen Ausstattung dieser Verbindung. Manchmal kommt man sich auf die Weise näher, die einen letztlich selber verblüfft, da man sich anfänglich ja eigentlich nur den Beichtstuhl ersparen oder ersetzen lassen wollte.
 
Immer gilt hier also auch ein gewisser Vorbehalt dem magischen Austausch gegenüber, denn schon Zeus sah das Feuer nicht gerne in menschlichen Händen. Unter Sonne (Feuer) und Neptuns göttlichem Schwingen versucht nämlich der Mensch, "sich der Götter möglichst würdig zu erweisen", wobei er unversehens in eine "Ritual-Stimmung" geraten kann. So will er ein Opfer bringen, wobei dann derjenige, der selbst nichts hat, auf andere angewiesen ist. Diese lassen sich jetzt über ihre Schwächen vom andern fremdbestimmen, sind also meinungslose Nachläufer, fragile Porzellanpuppen, begeisterte Fans, aber ebenso sind es Menschen, die das Gefühl ihres Auserwähltseins von Gott, mit der Opferrolle (unterm Menschen) verwechseln.
 
Falls ihr aber beide frei von bindenden Verpflichtungen anderen gegenüber seid, kann sich auf einer reiferen Ebene eine Art Erlösungsmanöver abspielen, das dich als Frau zu einer vertiefteren Bindung mit dem Wirklichen hinführen soll. Doch ist diese Verbindung beispielsweise gerade für eine Therapie, die irgendwohin führen soll, keine ideale Grundlage. Denn wir werden sicherlich kaum in der Lage sein, bei diesem Übergewicht von rationalem Ziel und irrationaler Vorstellung, von unserer menschlichen Warte aus dann eine geradezu "göttliche" Verantwortung für den anderen zu übernehmen. Es sei denn, ihr heiratet jetzt, womit dann diese Ehe im Himmel geschlossen wurde und Traum und Verantwortung sich gegenseitig die Hände reichen können.
 
DAS OPFER-RITUAL
 
Wehe Dir! wenn du einem "Ritzen-Fritzen"
das Tor deiner Seele öffnest, - er fällt dir mit
seiner ganzen Brunst ins Haus!
 
Nur unter sehr guten Vorzeichen (siehe weitere Konstellationen) wirst du als Mann bereit sein, die innere Fülle, die aus dieser Zusammengestirnung spricht, ohne Ausweichmanöver anzunehmen und deiner Partnerin Förderung auf allen nicht-intellektuellen Ebenen zukommen lassen. Neptun bezieht sich hier auf den fliessenden Ausdruck der Frau und damit auf die Möglichkeit, ihren inneren Bildern in künstlerischer Gestaltung eine Form zu verleihen. Als Mann spürst du, wie dein Tageswille in Kontakt mit der weiblichen Seele tritt, das heisst, auf der Realitätsebene übernimmst du das Steuer und stellst dich damit in eine gewisse Verantwortung. Ihre Bindung an deine "helle Seite" (Sonne) ist arglos und vertrauensvoll, so dass es deinerseits nicht zu Absichten kommen darf, die auf persönliche Machtgelüste ausgerichtet sind (Guru-Rollenspiel). Denn das, was du damit erreichen könntest, würde dich zuletzt umgekehrt genauso wieder treffen.
 
Im Hintergrund dieser Konstellation werden auch stets alte Lösungsmodelle entwirrt und letztlich endgültig aufgehoben, denn die Zusammengestirnung von Sonne und Neptun wird euch beide auf einer neuen Ebene mit den tieferen Bindungsmustern bekannt machen. Diese Bindungen brauchen sich nicht automatisch auf die Beziehung allein zu erstrecken. Denn es geht hier nicht nur um die Verfeinerung und Nuancierung eurer Verbindung zur Aussenwelt, sondern vielmehr darum, dass der Neptun-Einfluss euch nun die Brücke zum Wirklichen herstellen kann. Wenn keine anderen Aspekte dagegen sprechen, kann diese Konstellation ein gegenseitiges Vestehen und eine Verständigung anzeigen, die keiner Worte mehr bedarf. Im männlichen Teil sehen wir für die weibliche Partnerin dann den "Mann ihrer Träume" symbolisiert, und - falls ihr beide die Realitäten des Alltags nicht aus den Augen verliert - kann sich dies zumindest bis zu einem gewissen Grad auch durchaus bewahrheiten.
 
Dennoch stellt sich der Frau unter dieser Neptun-Verbindung doch auch die Frage: Was geht in dir zu einem Zeitpunkt vor, wo du aufgrund deiner Energien einen Mann anziehst, der dir deine neptunischen Schwingungen entweder abzudecken hat, oder aber zur Auslösung bringen soll? (Der vorliegenden Gestirnsverbindung sollte bei Wert-Genauigkeit in der Progression bis hinunter zu den Kleinst-Aspekten (22.30º) Beachtung geschenkt werden!)

> DAS IRRLICHT VORM STOSS-GEBET <
ODER
....DER BETTELNDE OPFERSTOCK
 
So ein Gefühl war zwar da -
Nur, der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.
 
Es war Abend im April,
Und man sass unter Bäumen;
Und auf einmal griff er nach
Ihrer Hand.
Er sagte nichts. Und sie blieb still,
Wollte nur ein wenig träumen,
Wie man so träumt,
Von einem weit entfernten Land.
 
Noch so ein Gefühl kam dazu,
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das niemals bestritten.
Sie sagte nichts. Er sagte: Du?
(Doch ihr Kopf blieb dabei!)
Und sie glaubte, sie höre ihn bitten.
 
Das war der Anfang vom Ende,
Und das lag zwischen drin:
Eine Nacht und zwei Hände.
Vielzuviel! - doch zu gering.
 
So ein Gefühl war zwar da -
Doch der Kopf sagte: "Nein!"
Und ihr Herz hat das nicht mehr bestritten.
Man kam sich irgendwie nah,
Es musste irgendwie sein;
Und sie glaubte, sie höre bloss Bitten!

Mond in Krebs in Opposition mit Merkur in Steinbock
> DER FRUST NACH DER PSYCHOANALYSE <

Diese Verbindung zeigt geistige Beweglichkeit in der Beziehung an, ohne dem gegenseitigen Verstehen jedoch förderlich zu sein. Es ist, als würdet ihr vergeblich versuchen, euch mit den verborgenen Dingen eurer Psyche zu beschäftigen, um über die innere Auseinandersetzung dann zu tiefgreifenden Erkenntnissen zu gelangen. Als Frau gelingt es dir zwar, mit dem reinen Intellekt die Tagwelt-Seele des Mannes zu "erdenken", doch das von dir Erdachte hebt sich in dem von ihm Erspürten sogleich wieder auf. Dadurch bleibt dir der Zugang versperrt, durch den du dich seinem ungreifbaren Gefühlsbereich letztlich intellektuell annähern könntest. Denken und Fühlen behindern sich hier gegenseitig zu stark, was sich im gewöhnlichen Alltag meistens schon negativ auswirkt.
 
Du magst jetzt versuchen, bewusst die Fähigkeit heranzubilden, seiner Imagination zu folgen und seine seelische Tiefe zu ergründen, um sie gleichnisreich in Sprache aufzugliedern, in deren Schlüssen das Resultat letztlich gutmeinend zersetzt werden kann. Doch die "Analyse" führt dich zur eigenen Leere, die nun intellektuell gestopft werden soll. Als Mann wird dir die Auseinandersetzung zum Anlass, deine wirklichen Anliegen noch mehr zu verhüllen und dich in symbolischen Bildern auszudrücken, welche über den Rahmen der begrifflichen Erklärung hinausreichen. Sie sollen das rationelle Denken der Frau übersteigen, weil du es darauf anlegst, über das Geheimnisvolle in dir sie jetzt zu mehr Ausdruck von Gefühlen und Wärme zu zwingen. Damit zeigst du aber gleichzeitig, wie dir die Tatsache, dass sie dich seelisch vom Kopf her begreifen will, unangenehm ist. Zwar fühlst du, dass sie dich in Gefilde begleitet, zu denen andere normalerweise keinen Zutritt verlangen. Doch du zweifelst daran, dass sie dir als Reiseführerin dienen könnte, da du dir die verschlüsselten Botschaften in den Sphären deiner unteren Seelenkammern zuerst selber erklären möchtest.
 
> URALTER PATIENT! <
 
Viele unserer emotionalen Reaktionen (Triebimpulse, Ängste, Abwehrmechanismen) sind noch uralte Relikte aus der Steinzeit der menschlichen Entwicklung, wobei die Vergangenheit ihre Wirkung jedoch keineswegs mindert. Denn, wenn wir die graue Vorzeit in uns metaphysisch betrachten, entspricht sie dem instinktiven Selbstschutz des Matriarchats. Es sehnt sich noch immer nach dem dunklen plutonischen "Berger" und Verberger des Unscheinbaren und Unbelichteten zurück, nach jener finsteren Herberge der Nacht, wo alles Wesenhafte sich verknüpft und den natürlichen Schöpfungszyklen verbunden bleibt. Es ist dann auch normal, dass wir es mit der Angst zu tun bekommen, sowie diese innere Sehnsucht etwa mit den Errungenschaften moderner Technik konfrontiert wird. Schon die Vorstellung, in einem Lift steckenzubleiben, lässt uns in Panik ausbrechen. Ist es doch nicht die Gefahr selbst, vor der wir erschrecken, sondern es ist dieses uralte Empfinden, das sich meldet, sowie Gefahr im Anzug ist. Wir ängstigen uns jetzt vor uns selber.

Mond in Krebs in Opposition mit Venus in Steinbock
> DIE HAUSGEBURT <
 
Dem menschlichen Modell der lächelnden Mona Lisa hat der Volksmund angedichtet, dass diese Frau kurz zuvor erfahren hätte, dass sie schwanger wäre. Böse Zungen haben dann behauptet, nein, sie lächle nur, weil sie erfahren hätte, dass gerade dem eben nicht so war. Der Natur ist es jedoch gleichgültig, wie sie uns unter die Haut geht, ob sie zwischen den Ritzen von Türen und Fenstern zu uns eindringen muss, oder ob wir sie freiwillig willkommen heissen - Hauptsache ist, sie geht vonstatten. Venus, die sich selbst genügt, und Mond, der die Fruchtbarkeit anmahnt, runden dieses Bild der Natur zu einem prallen Euter. Aus ihm fliesst die >Milch der Sterne< zu uns nieder, um auch der menschlichen Spezies ein Fortkommen zu sichern und unsere Seele über den Körper zu nähren. Dieser Einfluss macht sich unter allen Aspekten von Venus und Mond bemerkbar, in der Verschmelzung (Konjunktion) und im Trigon, aber auch in der Opposition und in der Quadratur. Die beiden letzteren zeigen auch an, dass die Grundlage zur "Mutterschaft der Gefühle" zuerst einmal selber aufgebaut werden muss, was aber das aus der Wärme Geborene in der Qualität keinen Abstrich erfahren lässt.
 
> DIE BESPIEGELUNG IM WESENTLICHEN <
 
Hier kann sich die fast unerträgliche Begegnung mit einem äusseren Erscheinungsbild deiner innern Anima/Animo konstellieren. Solches mag einerseits schmerzhaft sein, denn es muss nun geboren werden, doch es kann euch gleichzeitig zur Wohltat gedeihen, denn es entsteht etwas dabei. In eurer Mond/Venus-Konstellation begegnen wir vielleicht der wohltuendsten Konstellation, die es zwischen zwei Menschen gibt. Bei diesem Einfluss geht es weniger um den äussern Glanz und das Wohlgefallen (wie unter Sonne/Venus), und weder um voluminöse Pracht (Venus/Jupiter), noch um orgiastische Lust (Venus/Mars, Mars/Pluto), oder nächtlich gefeierte Schwärmereien (Venus/Neptun), sondern um eine instinktive Naturverbundenheit über längst vergessene Kommunikationsebenen - denn, der Mensch ist auch Natur! In Mond/Venus finden wir die Züge des Menschlichen wieder, jenes Verhalten, das sich noch nicht über die Natur erhoben hat. Ein Bild, das sich etwa in der Geschichte von Adam und Eva spiegelt, die ihre Nacktheit noch "gelebt" und noch nicht (im Unterschied) bloss "erkannt" haben. Darin zeigt sich, dass es die Losgelöstheit von sich selber ist, die umgekehrt auch wieder für unsere Verbindung mit dem Ganzen sorgt.

> DIE RÜCKERINNERUNG AN DIE UNSCHULD <
 
Die Unschuld, die wir angeblich verloren haben, erhalten wir unter dieser Gestirnung wenigstens teilweise zurück, nämlich soweit, dass wir die Wirklichkeit für eine Weile vergessen und uns imaginierend in den Stationen der Gezeiten verlieren. Die "Rückerinnerung" an die gemeinsame Jugendzeit, an die Schätze der Kindheit, und sogar an die Wärme und das Aufgehobensein im Mutterleib, kann euch eine Erfahrung tiefinnerlichster Glückseligkeit vermitteln. Beim Überschreiten dieser Grenze folgt automatisch, dass sich zwei Menschen leicht an eine gemeinsam erlebte Verbindung aus einem "vergangenen Leben" erinnert fühlen können. Spätestens dann sollten den heiligen Handlungen in geheimer Vielfalt jedoch wieder mit ein paar konkreten Forderungen des Tages Strukturen verliehen werden.
 
Bei der Behauptung, dass mit der Energie, die von zwei Menschen mit dieser Konstellation ausgeht, unterkühlte Lazarette wohltemperiert und frostige Spitäler leicht aufgewärmt werden könnten, scheint es sich nur bedingt um eine Übertreibung zu handeln. Hier haben wir einen Aspekt der Heilung vor uns, der dadurch zustande kommt, dass selbst die erdrückende und Ohnmacht vermittelnde Leere wieder einen tieferen Sinn erhält. Dadurch kann das äussere Leiden anderer jetzt als etwas Wesensverwandtes im eigenen Innern verstanden werden.
 
(Es wird aber davon abgeraten, eine solche Verbindung gewissermassen nach dem Ausleseprinzip selber herbeiführen zu wollen, denn die Überraschung einer anderen Verbindung kann hier im Handgepäck schon mitgeliefert sein. Auf solche Weise könnte im magnetischen Sammelbecken letztlich alles, also auch das Schlimmste, untergebracht sein.)
 
Organisch verbunden, wird diese Gestirnung in einer Beziehung erst dann zum Problem, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt der heutigen Gesellschaftsnormen betrachtet, wo Kalkül ein Gebot ist, und der unfreie Wettbewerb zur erzwungenen Existenzgrundlage gehört. So kollidiert die knallharte Durchsetzung mit der imaginierenden Verständigung, was dann beinahe jeden natürlichen Austausch schlicht unmöglich macht. Denn, ohne die Notwendigkeit einer Abtreibung in vielen Fällen anzweifeln zu wollen, hat die Möglichkeit, das Kind schon im Mutterbauch legal "wegmachen" zu können, doch auch zu einer ganz neuen Dimension geführt. Ueber sie ist uns inzwischen die Verdrängung von >Leben als Schatten< offensichtlich gelungen. Hierzu gehört auch "die Pille", die - obschon Notwendigkeit geworden - doch auch ein Mittel gegen das Leben darstellt.

JEDES DING
 
Jedes Ding,
Verdinglicht Wesen,
Geht wohin,
Ist dort gewesen.
 
Kommt zurück
Und findet Sinn,
Ist ein Stück
Von Mittendrin.
 
Ist Ding und Wesen,
War lange Zeit,
War einmal schlimm,
Ist nun bereit,
Ist nie geheilt,
Wird stets genesen.

Merkur in Steinbock in Konjunktion mit Venus in Steinbock
> HÄNSEL UND GRETEL <
 
Diese harmonisierende Konstellation erleichtert euch beiden die Suche nach einem gemeinsamen, gangbaren Weg. Als Mann nimmst du die Gefühle deiner Partnerin auf intellektueller Ebene wahr, was dir Anlass zu einem "positiven Denken" ist. Sie unterstützt dich in deinen Ideen und registriert deine Einfälle vom Bauch her, was dann wiederum das Zusammenspiel von Kopf und Bauch erklärt. Einzig, wenn euer Vergleich vor allem auf diesem einen Aspekt aufbaut und nicht durch Intension auf körperlicher Ebene ebenfalls seine Ergänzung erfährt, könnte sich zumal eine androgyne Note in eurer Beziehung bemerkbar machen. Habt ihr aber eine entsprechende Verbindung, wo euch die Hexe ein bisschen ins Feuer der Leidenschaft hineinquälen will, kommt auch Venus/Merkur als wohltätiges Tupferl zum Zuge. Ohne das Feuer im Backofen zum Ersticken zu bringen, schützt ihr euch nun gegenseitig wie das Geschwisterpaar Hänsel und Gretel im dunklen Wald. Ihr könnt euch die Angstperlen vor der Lust von der Stirne tupfen und den Schweiss nach der Lust mit trockenem Witz und ernüchternden Geschichtchen von den Leibern reden, denn Liebe und Verstand gehen Hand in Hand.
 
Das Gefühl von gegenseitigem Unverstandensein wird in dieser Beziehung kaum aufkommen, denn als Frau liebst du die Art seines Denkens, und als Denker (und Mann) findest du in der Kombination von Vermittlung und Anziehung ein erleichterndes Element vor, welches dir auch die Wege zu anderen Erfolgen ebnet. Der Grundton im Austausch ist freundlich, die verbale Kommunikation verläuft glatt, und Mitdenken und Mitfühlen sorgen für die notwendige Harmonie.

> DAS EIGENE PRIVATE IDAHO <
 
Die Verbindung von Hermes, dem Trickster zu Venus (Aphrodite) ist die erste Etappe einer Bindung, die erst über uferlose Vernetzungen nach aussen einige Konturen in ihrem Innern gewinnt. Ein solches Manöver beginnt damit, dass die äusseren Realitäten unterlaufen werden, um sie durch subjektive Verfeinerungen und notwendige Strukturmuster zu ersetzen. Das gewöhnliche Drängen zum Dual wird hier sozusagen in eine differenzierte Kontaktphilosophie hineingepflegt und auf das eigene Bild einer Beziehung sorgsam abgestimmt.
 
Damit wird gleichzeitig ein eigenes Inventar an übermässiger Subjektivierung angelegt, mit dem schliesslich versucht werden kann, ein gemeinsames Leben nach individuellen Gesichtspunkten zu gestalten. Zumindest während bestimmten Zeiten wird dadurch ein eigenes "privates Idaho" erschaffen, das jedoch glänzen muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden, und etwas abwerfen soll, um bestehen zu können. Da sich die Lebensimpulse jedoch nicht ausklammern lassen, öffnet sich auch die Möglichkeit, in den Entwürfen gefangen zu bleiben und auf Dauer in einer vorgefassten Lebensbeschreibung weiter leben zu müssen. Man steht und fällt mit dem Bild, mit dem man sich eine Partnerschaft vorgestellt hat, und da sich in diesem objektivierten Bild nicht wirklich leben lässt (denn man ginge drauf vor Langeweile), lebt man sich jetzt in der Subjektivität des anderen aus.

Mars in Schütze in Opposition mit Saturn in Zwillinge
> ANGST ESSEN SEELE AUF <
 
Als Frau hast du aus den Lehren der Väter gelernt, doch die Lehren - gerade wo sie ihre Berechtigung haben - sind aus dem Fleische geboren und sind letztlich doch nicht Fleisch und Blut genug, um vor der Seele bestehen zu können. Gleich Mephisto, der zur Hexe sagt: "Erkenne deinen Herrn und Meister!..." raunt das Schicksal dir als Mann jetzt zu: "Erkenne deine Herrin, die dich meistert! Denn in ihr begegnest du einem dominanten Innenteil seiner selbst jetzt in den Formen der Aussenwelt wieder, wo er im weiblichen Dual dir deine Männlichkeit spiegelt!" Sie ist es, die deine Energien nun in Formen kneten möchte und deinen oft verzettelten Absichten eine Ausrichtung geben will, damit sie deine Ziele prägen kann und deinen Launen besondere Prädikate verleihen darf. Sie möchte deinen jungenhaften Überschwang in eine Richtung zwingen und dir beibringen, wie die Dinge zu ihrer Struktur gelangen. Dabei ist es durchaus möglich, dass sie dir sämtliche Süchte, Laster und Lüste entzieht, ohne dass es dir jedoch an irgend etwas mangeln soll; falls du einmal Sehnsucht nach einer kleinen Sünde verspürst, wird dir schon diese höllische Kleinigkeit mit der Rute gleich reichlich entgolten.
 
Als Frau hat sie ihr Talent zur Disziplin von unseren Vätern geerbt und selbst noch ein wenig dazugelernt. Dies macht dir als Mann vielleicht Angst, da du nun an die Inkarnationskette unserer Ahnen denkst, aus deren Ängsten wiederum der Schutzwall an Gesetzen, Vorsorgeeinrichtungen und Versicherungen gegen die Instinktnatur hervorging, den du täglich vor dir siehst. Doch auch du bist ein Mann, und also kannst du nicht deine eigene Grundlage bekämpfen, welche dir von den Vätern mitgegeben wurde. Doch kannst du Angst vor dem Werk deiner Väter haben, Väter, die allerdings auch in dir selber leben. Die Angst ist verständlich, denn in ihr melden sich die Väter mit ihrer Angst vor der Angst, dass sie in ihren Werken nicht ausreichend verstanden würden, bevor Terror und Krieg das noch viel grössere Entsetzen verbreiten. Man kann nun nicht sagen, dass du mit deiner Partnerin schlecht fahren würdest, doch es kann sein, dass du an den Lehren der Väter zweifelst, die sie vertritt, so dass du die Vorgaben nicht ertragen kannst, in die du hier regelrecht hinein gezwungen wirst. Dabei wäre sie durchaus imstande, deinen abgehobenen Überschwang deiner Schmerzenslust zu erden, wie auch eure realen Unternehmungen sorgfältig auf ihre Durchführbarkeit zu überprüfen.
 
DER ALPTRAUM VOM GOLDENEN KALB
 
Da wir uns derzeit im Wassermannzeitalter befinden, gelangen jetzt über die Spiegelung des Wassermanns die Schatten aus dem Erdzeichen des Stiers ans Licht der Welt. In jene Zeit fällt das Matriarchat der Triebe, durch die sich selbst die damaligen Götter meist überfordert sahen (sie frassen ihre Triebe in ihren eigenen Sprösslingen auf!), was späteren Kulturen den "Königstrieb des Willens" geradezu notwendig erscheinen liess. In der Zeit des "goldenen Kalbes" galten Leibeigenschaft, Sklaverei und die Macht der einzelnen Sippe, wodurch im Wassermann die Religions- und Gedankenfreiheit, aber auch die Geldreform notwendig wurde. Reformation und Revolution haben mit Beginn der neuen Ära bereits stattgefunden, die Geldreform steht noch an.

> DIE LUST AM UNTERGANG <
 
Der Ausschluss unserer künftigen Erben von der Macht beginnt mit der Ausgrenzung des Kleinkindes aus der emotionalen Ganzheit (Sonne/Mond) und zeigt sich zuletzt in Mars/Saturn als Abrechnung der Sprossen gegenüber dem Stamm. Die gefühlsmässigen Auseinandersetzungen der Eltern entpuppen sich dabei noch als verdaulich; derweil stellt sich jedoch in ihren schöngelogenen Ängsten die eigene Ausklammerung dar, deren überbordende Leere letztlich mit nichts mehr auszustopfen ist. Es ist also nicht die Macht oder Ohnmacht der Eltern, sondern ihre nicht gezeigten Machtgelüste und Ohnmachtsgefühle, die das Kind letztlich zur Verzweiflung bringen. Dadurch kann es in der eigenen Empfindungswelt weder Fuss fassen, noch darf es nachträglich erfahren, dass es auch von sich selber ausgestossen blieb. In dieser "Schlingerbewegung" beschreibt sich der Weg zur "Entmachtung der Macht". Ist es doch gerade die gefühlsmässig inszenierte Ausgrenzung von Gefühlen, durch die die interessierte Aufmerksamkeit des Zuschauers in den Brennpunkt gerückt wird. Dessen kritische Wahrnehmung schärft sich immer erst hinter den gesteckten Grenzen, weil er sich mit dem Wahrgenommenen jetzt noch identifizieren muss, um sich im Mittelpunkt des Geschehens zu wähnen. Das heisst, dem Trick des Strafvollzugs kann er nur dadurch entgehen, indem er ihn an sich selbst vollzieht. Und über die Identifikation mit nicht gezeigten Gefühlen wird die emotionale Ausgrenzung jetzt zur eigenen Sache gemacht.
 
Doch: Dem Wasser ist es Tod, Erde zu werden. Und unseren lebendigen Trieben ergeht es genauso, wenn wir sie in Formen pressen, wo sie zuletzt Gesetze gegen sich selber darstellen. Unsere Triebe fürchten sich vor jeder endgültigen Form, denn die Triebwelt stellt - gegen alle Versuche, ein Universum daraus zu machen - ein Multiversum dar, das in knapper Form allerdings oft nur noch in einer Uniform seine vitale Erlösung findet. Schon vor dem Bild eines gehängten Pferdediebes drängen unsere spielerischen Triebe nicht mehr in die Aussenwelt, sondern sie flutschen lieber nach "innen" ab, wo sie vom Kopf her jetzt eine "grosse Röhre" führen. Das heisst, in unseren Gesetzesvorstellungen, die sich auf Freiheit, Wahrheit, Liebe und Leben beziehen, die sich inhaltlich unseren Vorstellungen anzugleichen haben, richten wir uns gegen unsere eigenen Triebe; also führen dort die Triebe einen erbitterten Kampf gegen den Tod, was sich in Dramen, Freiheitskämpfen und ständig notwendigen Gesetzesrevisionen niederschlägt. Die Sicherheit und Rückversicherung, die wir damit anstreben, wird ebenfalls im Mythos erklärt, der uns fast buchstäblich auch die Zusage einer Zu-Rückversicherung abgibt, nämlich, dass wir den Anfang leicht wieder erreichen werden.

> DAS SPIEL MIT DEN GLUTEN <
 
So wurden schon im Mythos die Väter von ihren Söhnen entmachtet, mit den eigenen Waffen geschlagen und von ihrem Thron gestossen. Uranos wurde von Kronos entmachtet, Kronos von Zeus entthront, und dem Herrscher des Olymps (Zeus) wurde voraus gesagt, dass er einst durch einen Menschen und Halbgott (Jesus oder Herkules) seine Macht ebenfalls wieder verlieren würde. Herkules ging am Ende in Flammen auf, Jesus ging ins Licht, um zum Vater zu gelangen. Über Uranus (Idee der Zeit), Saturn (Einteilung der Zeit) und Jupiter (Lauf der Zeit) sind wir selber zu mächtigen Halbgöttern geworden, die sich ihre Throne auf Erden in den Flammen (Krieg) streitig machen, bevor sie im Licht (Frieden) dann zumindest ihre schwerverdiente Ruhe wiederfinden.
 
Der Vorgang vom Verlust der Macht ist daher äusserst natürlich, die Frage ist bloss, warum suchen wir ihn dennoch zu verhindern? Die mächtigsten aller Götter verbannten ihre eigenen Sprösslinge hinter Schloss und Riegel; sie frassen sie auf, um ihren eigenen Sturz zu verhindern; doch in den untersten Katakomben (im eigenen Bauch) schmiedeten sie dadurch auch die Waffen, denen sie jetzt unabänderlich ausgeliefert waren. Der Mensch tut es ihnen heute noch nach. Was jedoch für die Unsterblichen ins Bild passte, da sie ihre Macht zu vitalen Änderungen und amourösen Eroberungen einsetzten, musste sich beim sterblichen Menschen verhängnisvoll auswirken. Unverwundet von den Pfeilen Amors, begann er sich jetzt die Macht um ihrer selbst willen anzueignen, denn die Macht um ihrer selbst willen ist eine Gebärde gegen die Weisheit des Lebens. Und wo wir die Weisheit der Seele nicht achten, können wir dem Geist auch keine Wahrheit geben, denn die Weisheit der Seele ist ewige Unveränderlichkeit. In der Nähe zur höchsten irdischen Macht wird dem Urgrund des Ewigen also der Boden streitig gemacht!

> DIE MENÜKARTE AUF DER TITANIC <
 
Sowie die Ausrichtung unserer Triebe ein menschlich sinnvolles Ziel erhalten soll, wird das Leben, das eine Vielfalt unergründlicher Formen beherbergt, zur blossen Denksportaufgabe; jedes "erdenkbare" Ziel ist der Welt der Sinne ja bereits schon entrückt. Als Ausgleich für diesen Sinnesentzug erhält der Mensch jetzt eine Speise zum Lohn. Und als Speise bietet sich alles an, was auf der Menükarte der Sinnlosigkeit einen Platz finden kann. Selbst Unverdauliches können wir uns noch einverleiben. Das Leben erhält dadurch die Uniform unserer Triebrichtung übergestreift, eine Willensrichtung, die wir zwar selbst zu bestimmen glauben, aber die es tatsächlich nicht einmal gibt; denn Licht und Leben breitet sich nach allen Richtungen stets gleichermassen aus, und ihre natürliche Expansion ist nicht wahrnehmbar, sondern nur mitvollziehbar. Die Uniform der Triebe müsste also förmlich aus ihren Nähten platzen, wenn der menschliche Königstrieb, der Wille, tatsächlich dem Licht folgen wollte. Und das tut sie zuweilen auch, denn wenn die Kampfbahn den Trieben zu eng wird, spielt sie sich in der Uniform der Kämpfenden ab, welche dem Licht folgen, das alles einverleibt und wieder zu sich holt.

> EIN GALA-ABEND IN DER HÖLLE <
 
In Mars/Saturn stossen wir also bis zu den Auswirkungen der Reise des Helden vor, denn der Held (Sonne/Mars) und seine Reise (Sonne/Merkur) haben die Spur hinterlassen, in der wir wandeln müssen, wo immer uns die eigenen Kräfte fehlen, um längst ausgetretene Pfade zu verlassen. Unter Mond/Mars bricht das Gespenst der Erinnerung an den rindfleischessenden Held-Gott (Herkules) hervor, und in Mars/Saturn erkennen wir die Überreste und Abfälle seiner Taten. Der Held von einst isst noch heute seine Rindfleischsuppe, wobei er jedoch aus Überfluss nun die Hälfte der Opfertiere als "Abfall" verschmäht, so dass diese Überreste wieder an die Tiere selber verfüttert werden. Das heisst, dass die Triebe jetzt vor seinen Augen über ihre eigene Herkunft herfallen und die Tiere seinetwegen zum Kannibalismus gezwungen werden. ("Kraftfutter" nennt sich die Schiene der verfütterten Triebwelt im allgemeinen.) Die Veranstaltung, die wir hier mit Menschenhand inszenieren, ist also die, dass wir das Tieropfer natürlich nicht mehr den Göttern anbieten, sondern uns selber, und mehr noch, dass wir - aus eigenem Überfluss - die Tiere sich jetzt gegenseitig selber auffressen lassen. Damit schlachten wir sie zwar einerseits, aber anderseits erheben wir sie auch zu Göttern, die einst dasselbe taten, als sie ihre Kinder verschlangen.
Damit jedoch die Tiere ihre eigenen Triebe fressen können, müssen sie als manifeste Bilder der Aussenwelt erst in den Hades hinunter steigen; denn jede sterbliche Art muss erst töten oder selber entarten, falls sie sich die eigenen Artverwandten einverleiben will. Das heisst, nicht nur weil es Artverwandte sind, die sich jetzt gegenseitig verzehren, wird die Sache brenzlig, sondern weil sich die toten Verwandten ja bereits im Reich des Todes aufhalten; so muss sich auch der Esser (über die Triebebene) in der Unterwelt befinden, um sich von den sterblichen Resten ernähren zu können! Tatsächlich kommt es übers Rindersteak zu einem Sinnesentzug, weil wir dem toten Rind ja in den Hades folgen müssen, damit wir uns von ihm "ernähren" können. Mit dem Eroberungs- und Einverleibungstrieb sind wir also auch selber wieder in den Mythos des "blutigen Anfängers" (Herkules) zurückgefallen, an den Anfang, wo die Lust nach "immer-mehr" durch die Unterwelt hindurch ins Nichts zu versinken droht. Denn, dass die Folgewirkungen der Triebe sich stets auf allen Lebensebenen abspielen, können inzwischen authentische Beispiele von Kannibalismus aufzeigen, die früher nur in vereinzelten Berichten und Fotografien eher der spektakulären Seite wegen vorgestellt wurden. In solchen Beispielen zeigt sich dann, dass dort, wo Menschen aus rituellen Gründen etwa das Gehirn ihrer Verstorbenen verzehrten, sie zum Preis dafür den Verstorbenen zu folgen hatten; das heisst, sie starben und wechselten damit auf die Ebene, wo der Körper des Essers dem zu Essenden näher war, wobei der "Futtertrog" ja nun direkt in der Hölle stand.

Mars in Schütze in Opposition mit Uranus in Zwillinge
> IM NAMEN DER ROSE <
UND .....ANDERE NAMENLOSE

Als Mann, der du hier die uranische Frau triffst, findest du das Prinzip vor, dass sie mit ihrer Energie der Realität dieser Beziehung davon eilt, wodurch du dich in deiner Aggression herausgefordert siehst. Doch Mars und Uranus zusammen zeigen "Durchsetzung der Durchsetzungsschwäche" an, das heisst, du hast jetzt den Rückzug von gewalttätigen und aggressiven Mitteln zu üben, weil du erst im Bild deiner inneren Männlichkeit die weibliche Ablehnung nach aussen verstehen kannst.
 
Im Namen der Rose wurde in manchen Klöstern des Mittelalters der Fleischeslust gefrönt und ein ausschweifendes Wohlleben geführt, womit die Lust, die dabei ohne Triebe auskommen wollte, sich erst durch die Abdrängung nach innen als Perversion in Küche und Schlafzimmer auswirken sollte. Wenn wir nun nach Gründen suchen, die uns daran hindern, unsere Aggressionen in die Welt zu entladen, so dass wir selbst nicht real leben können, stossen wir auf ein missverstandenes Vaterprinzip, das sich in unendlicher Güte wärmt, wie es in reiner Vernunft glänzt. Doch braucht man nicht bloss nach einem "schwachen" oder "abwesenden" Vater zu suchen, im Gegenteil, die Väter leben in uns selbst, wo auch unserer kritischen Vernunft zu allem etwas einfällt, bloss nicht zu sich selber. Diese Vernunft stellt vor unseren Trieben nun jene "Abwesenheit" dar, durch die der Trieb spürt, dass gerade im Erreichen "höherer Ebenen" auch das geschickteste Ausweichmanöver gegenüber den Trieben selber liegt. Und um ein Ausweichmanöver beider Partner handelt es sich bei diesem Aspekt jetzt auf der Begegnungsebene der Triebe. Dies heisst nicht, dass die Beziehung missglückt, es heisst aber, dass man die Triebebene zu umgehen sucht, ohne sich jedoch ausserhalb des Bannkreises ihrer magischen Kräfte zu befinden. Also werden jetzt die Gefühle genau analysiert, und um der Bedrohung emotionaler Schwächen zu entgehen, wird dem irrationalen "Bann" des Empfindens das rationale Band der Freundschaft entgegengesetzt, welches man zumindest scheinbar von sich aus jederzeit lösen könnte. Die Vision von Nähe und Liebe verwandelt sich dabei zur freiwilligen Fessel der Freundschaft.
 
Vor Mars, der das irdisch ausgerichtete Gespür symbolisiert, ist daher jeder Nichtangriff ein Fluchtversuch, jede Theorie ein Stück Schein, und jede Abstraktion eine Bettelei um Zuflucht vor dem Leben. Mars will seine Spürsinne zu Gefühlen veredeln, er will Venus auf dem Schlachtfeld im Kampf erobern, um im Zelt vor ihr auf die Knie zu fallen; er kann nicht über den Dingen stehen, denn für ihn gibt es diese Welt! Für Uranus jedoch ist die Welt bloss eine von vielen Möglichkeiten.

> TRIEBE OHNE UMTRIEBE <
 
Das uranische Prinzip will zwar den Kampf nicht vermeiden, doch es findet kaum Zeit für den Streit, und falls es doch dazu kommt, soll alles möglichst schnell gehen, - wobei allerdings die Auseinandersetzung auch nicht offen ausgetragen wird. Das heisst, wie Mars sich nur durch Gefühle erhört fühlt, erlebt sich Uranus nur im Verstandesmässigen verstanden, denn hinter der Welt der Triebe, ist er es, der sich mit kühlem Sachverstand an ihren Impulsen zu schaffen macht.
Also reflektiert sich die Verhinderung (Uranus) im Behinderten selbst (Mars). Und was dabei gefunden wird, ist bestenfalls ein "Nichtangriffspakt", der jetzt die "Befriedung der Triebe ohne Umtriebe" anpeilt, was dann heisst, man will alles andere als Liebe. Zumindest sinngemäss reimt sich hier Triebe auf Liebe einmal nicht bloss rein zufällig; liegt doch in der Aggression auch das verbindliche Potential verborgen, das uns die wirkliche Nähe erst ermöglicht. Allein über kontrollierte, höfliche Vereinbarungen auf der Triebebene vermögen wir uns gegenseitig nicht aufzuschlüsseln, denn es gibt ja wohl kaum etwas Nichtssagenderes, als die kalte Schulter. Das heisst also: Streit verbindet! Und er verbindet uns auch mit unserem eigenen Bauch, falls der Kopf nur auch weiss, wo er beginnen kann, und wo er wieder aufhören soll.

Mars in Schütze in Sextil mit Neptun in Waage
> STAN LAUREL UND OLIVER HARDY <
 
Hier kann die weibliche Imagination auf die Kraft des Mannes eingehen, und ihn in seinen Taten verwandeln. Auf eine äussere Ebene transponiert, sehen wir hier den Fotografen oder Filmemacher, dessen Kreativität durch die Entdeckung seiner eigenen Bilder im lebenden Modell zur vollen Blüte erwächst. Die männliche Triebwelt verbindet sich hier mit der Traumseele der Frau. Mit deinem persönlichen Willen stösst du als Mann dadurch bei der Frau oft in die Leere, was dich zu blankem Aktionismus veranlassen kann, weil es dir an Reibung mangelt; denn aus dem Reich der Imagination reagiert der Geist auf die Signale des "Königstriebs" (Wille) eher im Schulfunkstil.
 
Gerade dadurch reflektiert sie dir aber die leichtere Seite deiner Anstrengungen und zeigt dir den Weg zum tieferen Verständnis deines instinkthaften Selbsts. Deine überschäumenden Triebkräfte können sich jetzt sozusagen in den "Nebeln von Avalon" abwetzen, wo du ihnen in Märchengestalten und Fantasiebildern wiederbegegnest. Das überschüssige Reibungspotential erlöst sich nun nach innen, weil es aussen keinen geeigneten Widerstand findet, womit die Verlangennatur wieder in deinen eigenen Armen landet, damit du sie an der spirituellen Brust mit Sinn nähren kannst. Damit gelingt es dir, deinen Aggressionen bewusst entgegenzutreten und sie zu besiegen, da du sie jetzt auch als deine eigenen Versagensängste wiedererkennen kannst. Es geht dann darum, dass es euch gemeinsam gelingt, der Beziehung eine realistische Ausrichtung zu geben, euere Gefühle auf die äusseren Bilder einzustimmen und dadurch auch materielle Ziele zu konkretisieren.

> GEDULD BRINGT ROSEN <
 
Es ist ja nur die Ungeduld,
Die so an uns zehrt,
Und meistens sind wir selber schuld,
Sind es nicht anders wert.
 
Die meiste Arbeit wird getan,
Um die Zeit zu überbrücken;
Und es schreit danach kein Hahn,
Sieht man auch später doch die Lücken.
 
Ach, man hat ja nur geschuftet,
Hat sich nur im Kreis gedreht,
Damit der Flieder wieder durftet,
Damit der Winter wieder geht.
 
Die meiste Arbeit wird getan,
Und die Zeit wird überdeckt;
Und es schreit danach kein Hahn,
Wenn man den Mist zu spät entdeckt!
 
Und man hat sich selbst bejammert,
Man war zu schwach um stark zu sein;
Hat Probleme ausgeklammert,
Keinem fiel die Lösung ein.
 
Hat man irgendwann die Lösung,
Auch nur halbwegs halb gewusst,
Sprach man gleich auch von Genesung
Und schlug sich tapfer an die Brust!
 
Es ist ja nur die Ungeduld,
Die uns unzugänglich macht;
Und man ist dann auch selber schuld,
Wenn man nicht darüber lacht.

Uranus in Zwillinge in Trigon mit Neptun in Waage
> DAS WESEN UND DIE ERSCHEINUNG <
ODER
.....DIE WORTLOSE VERSTÄNDIGUNG
 
Uranus und Neptun symbolisieren nicht das Glück selber, aber den Weg dahin, wenn uns das Kunststück gelingt, eine Ebene zu finden, auf der sich die Kluft zwischen Ost und West, zwischen oben und unten, zwischen Gut und Böse aufheben lässt, weil dann solche Unterschiede auf dieser Ebene nicht mehr nötig sind.
 
Die Verbindung von Uranus und Neptun ist subtil, denn es verbindet sich hier die scheinbare Schwäche mit der scheinbaren Kraft, umgekehrt paart sich aber auch das innere Wesen mit der äusseren Erscheinung. Wo eine Verschmelzung stattfindet, rundet sich das Sichtbare und das Unsichtbare zu einem Ganzen, das sich dann so darstellt, dass man gegenseitig seine Wirklichkeit im anderen erkennt; damit werden die Worte fast schon überflüssig, weil das Verstehen des Wirklichen sich nicht mehr in Sprache erschliesst, sondern der Austausch selber ist. Beide Partner können dann auf eine Ebene gelangen, wo es die Polarität zwar noch gibt, wo aber ihre Wirkung im gegenseitigen Erleben - als befände man sich bereits schon ausserhalb der Triebwelt - zu einer Randerscheinung wird. Dadurch hebt sich teilweise auch anderes auf, etwa Distanzen, körperliche Entfernung und zeitliches Nacheinander. Und da diese Aufhebung aber beide gemeinsam - und gleichzeitig - erleben, werden sie dadurch einander nicht etwa fremd, sondern es kommt zu einem Wechselspiel ihrer Kräfte, über das mittels telepathischer Signale kommuniziert werden kann.
 
Genau das Gegenteil, nämlich eine falsche Interpretation des im anderen Wahrgenommenen ist dann der Fall, wenn sich die beiden Planeten über einen harten Winkel mit jeweils unterschiedlichen Absichten bedrängen. Im Klartext: Ein Therapeut sollte seinen unpersönlichen Uranus nicht im Quadrat zum wesenhaften Neptun seiner Klientin stehen haben, denn sie wird sich über seine sich zwangsläufig einstellenden Projektionen - da ihm ihr Selbst unerreichbar bleibt - genauso zwangsläufig auf authentische Weise zunehmend isoliert fühlen. Und nun kann der Mensch in seiner Krise (Geburt) jeden Schmerz aushalten, solange er menschliche Vergleiche hat, und solange er sich sagen kann, dass andere vor ihm dasselbe durchgestanden haben; doch wird die Krise dann zur Gefahr, wenn ihm diese Vergleiche fehlen, also dort, wo Neptun an der Klarheit des Uranus aufläuft. (Die übrigens auch nur solange "klar" ist, als die Logik sich die Welt der Erscheinungen nach ihrem Mass ausrichten kann.)
 
Der Mann kann hier die Traumseele der Frau durch den Alltag begleiten. Dabei wird er ihr die Bilder erklären können, die sie aus ihren Träumen und ihren Imaginationen hervormalt. Sie wiederum kann das Innerste des Mannes ohne Erklärungen verstehen, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie nicht das fühlt, was er ganz allgemein zu verstehen gibt, sondern nur das, was er echt und tatsächlich empfunden hat. Und wo wir auf diese Weise etwas begreifen, gelangen wir dann nicht zu einer anderen Meinung oder zu einem besseren Durchblick, sondern das Echte wandelt unser Begreifen einfach in Verstehen um. So führt uns die Überbrückung der Kluft aber auch bereits schon zum augenblicklichen Erlebnis des Glücks, - und ob dabei Uranus oder Neptun der Glücklichere ist, das wissen die Götter, es sei denn, das Glück wäre selbst für sie ein heikleres Problem.

> MEIN EIN UND ALLES <
ODER
....DEIN, MEIN, UND ALLES!
 
Da es innerhalb der Dualität den Umstand eines zeitlichen Wechsels von "Allem in Alles" gibt, finden wir ausserhalb der Polarität auch einen gleichbleibenden Zustand des "Einen im Ewigen". Der Wechsel beschreibt sich in einer schier unendlichen Reihenfolge von Teilen und Gegenteilen, die sich schliesslich und endlich nur auf die Maske und das Wesen beschränken. Das Gleichbleibende, das unbeschreibbar ist, könnte man - um etwas darunter zu verstehen - die Gleichzeitigkeit nennen. Und jeder Wechsel hat seinen Übergang, und dieser Übergang ist ein Ort. Auf der Nahtstelle, wo unsere Marskräfte in die Venuspassion übergehen, lebt für uns die Angst. Sie ist die Kutsche, die uns zu Handlung, Namen und Taten hinführt. Und auf der Schwelle, wo die uranische Logik in die neptunische Imagination eintritt, lebt das, wovon die Angst lebt: das Nichts, oder das "Ein und Alles". Das ist der Kutscherbock, der das Gefährt lenkt. Wir selber sind nicht die Lenker und noch nicht einmal die Kutsche, sondern nur das Gespann. Wenn wir zu Venus und Mars zurückschauen könnten, sähen wir die Kutsche hinter uns, und wenn uns noch ein Blick auf die höhere Ebene gelänge, sähen wir auf dem Kutscherbock Uranus neben Neptun sitzen.
Nun braucht der Mensch nach Krach, Anspannung und konfliktreichen Situationen jedesmal wieder eine Ruhepause: Er blockt sich nach aussen hin ab und geht in sich zurück, um zu verarbeiten; dieses "Verarbeiten" beginnt damit, dass er sich das Halluzinieren und das Träumen wieder erlaubt. Genau dieser lebenswichtige Vorgang - nämlich der Wechsel unseres eigenen Bewusstseins in die Bewusstheit - entfällt aber bereits schon, wo wir allein auf unser Bewusstsein schwören, wie das gerade auch manche Astrologen tun.
Dieselbe Verschmelzung von Traum und Wirklichkeit - oder derselbe Übergang von Uranus in Neptun, von der Logik in die Imagination - entfiele aber auch, wo immer "alles in Butter" wäre und wo keinerlei Probleme mehr aufträten; da bestünde nun weder Grund, sich zurückzuziehen, noch könnte fortan irgendein Zustandswechsel auftreten; es wäre ja rein gar nichts mehr nötig, wenn immerzu vollständige Klarheit herrschen würde. Nun liegt aber erst in der Unmöglichkeit, sich der Dinge überhaupt bewusst sein zu können, die Chance, dass uns vom Leben etwas bewusst werden kann. Und erst in der Unmöglichkeit, ewig leben zu können, nehmen wir im Leben das Ewige wahr. Das ist zwar klar, aber wir suchen trotzdem tagtäglich nur in den Dingen nach, nirgendwo sonst! Und solange wir in den Dingen suchen, sind wir zur Klarheit verdammt. Glücklicherweise werden wir jedoch davon müde, und wir können dann im Schlafe das Leben nachholen, das wir tagsüber verpasst haben. Uranus und Neptun zwinkern uns vom Kutscherbock aus zu.

> VON DEN BEWUSSTSEINS-MACHERN <
ODER
.....DIE SCHLANGENFÄNGER
 
Wo immer wir nach Gegenteilen suchen, befinden wir uns innerhalb unseres eigenen Rahmens. In diesem Rahmen zählt der Unterschied, weil ohne Unterschied gar nichts gezählt werden kann. Und also finden sich darin die Gegenteile auf, - und nur das Gegenstück ist meistens unauffindbar. Wenn wir Bewusstsein sagen, weiss jeder, was gemeint ist; sagen wir aber Unterbewusstsein, ist es gerade wieder einmal unauffindbar, - es liegt halt zu tief. Das Gegenteil von Dummheit ist Klugheit, weil sich beide innerhalb unserer wertenden Wahrnehmung befinden. Aber das Gegenstück der Bewusstheit ist nicht unser Bewusstsein, sondern Bewusstsein und Unterbewusstsein sind beides ebenbürtige Gefässe, durch die wir aus der Bewusstheit trinken und ans Leben ankoppeln können; denn der Traum wirkt auch ohne unsere Deutung, und unser Traumerleben vollzieht sich und wirkt weiter, auch wenn wir ihm keinerlei Beachtung schenken. Wahrnehmung gilt, ob wir zu ihr stehen oder nicht, denn es ist der Seele gleich-gültig, ob wir sie mögen oder nicht, sie gehört zu uns.
 
Die einseitige Propaganda für "Bewusstes Leben" oder für "Krankheit als Umweg" ist daher nicht nur ein übler Schlangenfänger-Trick, sondern zudem eine durchaus gefährliche Sache. Die Schlange lässt sich nämlich gar nicht fangen, was wir - zumindest zeitweilig - auch als ein Glück betrachten dürfen. Wer krank ist, ist nicht krank, weil er seine Aufgabe schlecht gelöst hat, sondern damit er seine Aufgaben besser lösen kann! Man muss dies so oft wie nur möglich sagen, denn es gibt jetzt einen Gesundheitswahn, da kommt man gar nicht mehr dazu, dass einem etwas fehlt.
 
Nur Logik und Bewusstsein ist's,
Womit der Mensch den Menschen quält,
Er zeigt ihm wenig, bringt ihm das Nichts,
Weil noch der Punkt im Kreise fehlt -
......Von dem er ausgegangen ist!
 
Etwas zu wissen, kann unsere Freude am Leben steigern, - muss aber nicht!
Etwas nicht zu wissen, kann uns die Freude am Leben bewahren, - muss aber nicht!
Das bisschen Wissen, das wir von anderen erfahren können, kann uns für eine Weile die eigene Leere ausfüllen, aber es stopft unsere Löcher nicht!
Doch die fremden Erfahrungen, die wir dann für unser eigenes Wissen halten, werden uns die Freude am Leben schmälern und - das jetzt mit Sicherheit!
 
Wissen ist ein "Medikament", - oder besser, ein Mittel gegen angebliche "Geisteskrankheit", denn es reduziert nicht den Hunger der Seele, sondern es reduziert den Lärm über den Hunger, es reduziert den Schrei der Seele und macht den Menschen unbeweglich. (Diese Mittel, Neuroleptika, wurden sinnigerweise einst als Mastmittel bei Schweinen eingesetzt!) Und unser Bewusstsein wiederum ist ein Medikament gegen den Schmerz des Daseins, doch es lindert nicht den Schmerz der Seele, sondern es reduziert die körperliche Wahrnehmung der Schmerzen; dabei reduziert es aber - gleichzeitig mit dem Schmerz - auch den ganzen Menschen mit all seinen Wahrnehmungen und seinem Lokalisierungsvermögen der Freude.
 
 
Uranus sucht die Lösung, und Neptun ist sie!
Wenn wir aber die Lösung nicht nur selber suchen, sondern sie auch selber finden wollen, dann sind wir in die Neptunfalle getappt; sie stellt sich so dar, dass derjenige irrt, der glaubt, den Irrtum ausgeschaltet zu haben. Er tritt im Neptunprinzip - das er jetzt selber darstellt - an Ort und Stelle. Er hat das Göttliche erreicht und kann nur noch zum Teufel werden. Da ist er dann froh um einen Zustandswechsel, denn nur dieser kann seine Angst in schwindelerregender Höhe wieder in irgendeine Form auf der Ebene des Dienens verwandeln. Wo die Bewusstwerdung also dadurch zum Selbstzweck wird, dass wir über sie bereits schon ein bestimmtes Ziel verfolgen, verzichten wir - aus psychologischer Absicht - auf den uns vorbestimmten Austausch, der für die Verschmelzung aller in uns angelegten Zustände sorgt. Und wir können uns unter Uranus und Neptun dann alles bewusst machen, wir können letztlich alles wegkurieren und wegradieren, - sogar uns selber!

> DER WEG IST DAS ZIEL <
ODER
...DER UMWEG ENTSTEHT BEIM GEH'N
 
Steh ich da mit leeren Händen!
Und habe nichts als diesen Trost,
Dass einer blieb, das Blatt zu wenden -
Selbst er hat sich an mir erbost.
Ein wenig mehr von seiner Welt...!
Gäb' fast schon meine nun dafür:
Will keiner, was sonst jedem wohl gefällt,
Steh ich damit nun schon vor jeder Tür?
 
War doch von Grund auf sonnenhaft!
Und hab' nun selber nichts vom Tage.
Ach, welche karge, undankbare Macht
Wiegt stets das Gegenteil auf ihrer Waage?
Hab' doch die Leutchen in die Welt gehetzt,
In jene Wirklichkeit, die ihr entspricht;
Nun, da die alte Herrin abgesetzt,
Heisst es: Bloss eine Wirklichkeit
Sei alle Welt noch nicht!
 
Den anderen Gedanken hab' ich nachgedacht, -
Wieviele Kreise habe ich dadurch vollzogen?
Hab' Stimmen nachgeäfft, hab' Laute nachgelacht -
Und bloss mich selber hab' ich aufgeschoben.
Hab' meine Tat nach ihrem Mass gezeugt
Und fuhr gerecht und redlich ins Gericht,
Indem ich jener Art und Sorte zugeneigt,
Die immer Sonntag hat auf dem Gesicht.
Ich habe hunderttausend Welten ausgemacht,
Hab' doch als Jedermann mit Jedermann verkehrt!
Und hab' es nicht zum Eigenheim gebracht,
Mir noch den Rückzug zu mir selbst versperrt.
 
"Zu sein, wie jeder ist!" war gut, -
Du meine Güte, hab' ich mich verpasst!
Da spielt man "Jedermann" und spürt's am Blut,
Dass ihr den Jedermann zur Ader lasst!
Doch dies, als Spiel um einen goldenen Ball,
Und dem wahren Ernst so sehr verschlossen,
Entscheidet man sich noch von Fall zu Fall
Für Schall und Rauch, berauscht von solchen Possen.
Wie schlecht! Wie gut! - Gott, welche Narreteien!
Bringt nicht zwei Welten unter einen Hut,
Nun muss es mir die eine schon verzeihen,
Und ich der anderen, für die sie es mir tut.
 
Sich selber zu entfalten: Bewusstsein....Über-Ich....
Die Umwelt selbst gestalten - und dabei innerlich
Fast zu Eis erstarren, so tun es doch die Kalten,
Die Anderen beharren, die meisten sträuben sich.
 
Beschämte, die das Meer erkunden,
Erdrosseln Freuden durch die Pein,
Sie werden hart, um zu gesunden,
Geblendet nur vom Glanz der Wunden,
Dem Schillern, diesem trunkenen Schein.
Hab' nie ein ehrlich Herz getroffen,
Dem davor nicht bangt!
Wieviele sind im Glas ersoffen,
Bei dieser Wahrheit angelangt?
Was ist es, das ich noch erkennen muss
Auf dieser Erde?
Dass ich alleine nur - und mit Verdruss -
Älter und nicht klüger werde?
Dass ich mir stets um weitere Pein besorgt,
Die mir die Kluft erschafft;
Und dass ich hier an diesem Ort aus Stein
Von Brot und Wasser leben muss in Haft?
Oh, Schall und Rauch!
Ich kann es jetzt erklären:
Schall ist, was da am lautesten verklingt,
Und die Vergänglichkeit kann es gewähren,
Dass auch der Rauch nichts Festes bringt.
Doch um halbwegs noch ein Denkmal zu bekämpfen,
Liegt nun die ganze Welt in ihren Krämpfen -
So kann man denn am Ende froh sein, wenn es fiel,
Für einmal glichen sich wahrhaftig Weg und Ziel.

..... Text hat etwa 40 - 60 Seiten (A4), das wäre als Beispiel zuviel....

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© Copyright 2000 by Edgar Valentin Flückiger (Text) und Marco Widmer ASTRO-TAROT